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Wirtschaft, FinanzenLange Jahre war es einfach: Wenn eine Glühbirne kaputt war, kaufte man eben eine neue. Und heute? Die EU hat das Verbot von Glühbirnen beschlossen. Immer neue Leuchtmittel finden den Weg in die tägliche Anwendung: Bei IKEA gibt es Energiesparlampen, der Autoverkäufer wirbt mit Xenon-Licht, im Supermarkt liegen LED-Taschenlampen aus. Wir stellen die wichtigsten Leuchtmittel vor:
Induktionslampen sind Niederdruck-Gasentladungslampen: Wie in Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen fließt hier elektrischer Strom durch ein Gas (und nicht durch einen Metalldraht wie bei Glüh- oder Halogenlampen) und regt es zum Leuchten an.
Die Elektronen, aus denen der elektrische Strom besteht, stoßen auf ihrem Weg durch die Entladungskammer gegen die Gasatome darin. Dabei wird ein Teil ihrer Bewegungsenergie auf die Gasatome übertragen (genauer: auf die äußeren Elektronen der Gasatome. Man spricht dann von angeregten Atomen). Die Gasatome geben diese Energie praktisch sofort wieder ab - und zwar in Form von Licht.
In einer Leuchtstoffröhre wird durch das Leuchtgas zunächst UV-Licht (ultraviolettes Licht) erzeugt. Es ist unsichtbar und energiereicher als sichtbares Licht (bekannt als Verursacher von Sonnenbrand). Das UV-Licht wird nun mit Hilfe eines Leuchtstoffes in sichtbares Licht aller Farben umgewandelt - und erscheint als weißes Licht an der Außenseite der Leuchtstoffröhre.
Im Unterschied zu Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen wird bei einer Induktionslampe der Stromfluss durch das Leuchtgas jedoch nicht über Elektroden in das Gas eingeleitet. Statt dessen werden über einen Sender elektromagnetische Wechselfelder im Leuchtkörper erzeugt. Diese elektromagnetischen Felder beschleunigen die Elektronen des Leuchtgases berührungslos. Man spricht in solchen Fällen von „induziertem Strom“ oder „Induktionsstrom“ - daher der Name Induktionslampen.
Da so mechanische und verschleißintensive Bauteile im Leuchtkörper entfallen, erreichen Induktionslampen extrem lange Lebensdauern: Sie leuchten viele Jahre ununterbrochen. Ihre Leuchtkraft lässt lediglich durch Verschmutzung und Eintrübung des Leuchtkörpers mit den Jahren nach - um etwa 30 % in 7 Jahren. In der Praxis wird die Lebensdauer meist durch einen Ausfall der elektronischen Bauteile (Sender und zugehöriges Vorschaltgerät) nach einigen Jahren begrenzt.
Deshalb kommen Induktionslampen in erster Linie an Orten zum Einsatz, wo der Wechsel eines kaputten Leuchtmittels sehr teuer oder aufwändig ist: in Industrie- und Sporthallen, Tunneln, großen Hotel- und Verkaufshallen, Bahnhöfen und Flughäfen, im Untertagebau und auf Bohrinseln.
Die häufigsten beiden Bauformen von Induktionslampen sind die Ringform und die Kolbenform.
Ringform-Induktionslampen (siehe Foto) bestehen aus einer geschlossenen, ringförmigen Leuchtstoffröhre, die mit Quecksilbergas bei Unterdruck gefüllt ist. Um sie herum sind ein oder mehrere Ringe gelegt, die als Sender fungieren. Die Ringe bestehen aus einem Ferrit - einem keramik-artigen Werkstoff, der hohe Sendeleistungen bei geringen Wärmeverlusten ermöglicht.
Über die Ferrit-Ringe wird von außen ein elektromagnetisches Wechselfeld (mit Frequenzen im 100-Kilohertz-Bereich) in der Leuchtstoffröhre erzeugt. Es induziert einen elektrischen Wechselstrom entlang des Rings, der die Gasatome zum Leuchten anregt.
Bei Kolbenform-Induktionslampen befindet sich der Sender innerhalb der Lampe, die aussieht wie eine normale, große Glühbirne. Er generiert ein kugelförmiges Wechselfeld (mit Frequenzen im Megahertz-Bereich) im Innern des Leucht-Kolbens.
Auf die Außenhülle des Leuchtkolbens kann eine dünne, elektrisch leitfähige Schicht aufgebracht werden, um die Abstrahlung des Induktionsfeldes nach außen gering zu halten.
Eher ein Nischendasein führen daneben Schwefel-Induktionslampen. Bei diesem sehr selten verbauten Lampentyp wird eine Schwefel-Argon-Mischung als Leuchtgas eingesetzt. Der elektrische Strom wird durch Mikrowellen induziert - eine vergleichsweise aufwändige Technik. Der Vorteil: Schwefellampen sind extrem leuchtstarke, dimmbare Leuchtmittel mit tageslicht-ähnlicher Lichtqualität. Sie werden z.B. in Fernsehstudios eingesetzt.
Induktionslampen sind so effizient wie Energiesparlampen und herkömmlichen Leuchtstoffröhren. Ihr großer Vorteil gegenüber diesen ist die extrem lange Lebensdauer. Die hat jedoch ihren Preis. Für viele Anwendungsbereiche - zum Beispiel an hohen Decken und schwer erreichbaren Stellen - sind Induktionslampen die wirtschaftlichsten Leuchtmittel. Im Hausgebrauch, wo zum Lampenwechsel meist ein Stuhl oder eine kleine Leiter reicht, werden sie wohl nur dann flächendeckend Einzug halten, wenn die Anschaffungspreise weiter sinken.
Umwelttechnik, Energie sparen, Strom, Wohnen / 31.8.2009 / #
7 Kommentare
Da die Technik sich auch hier weiterentwickelt hat, gibt es mittlerweile lampen, die der herkömmlichen Glühbirne schon sehr ähnlich aussehen. Mit 60.000 Betriebsstunden sind sie das zur Zeit wohl beste Leuchtmittel, Farbtöne von 2700K - 6400 K sind lieferbar. Auch der Preis ist mittlerweile geeignet sich durchzusetzen.
Indukta / 7.9.2009 – 20:08Wie wärs mit LEDs, die erreichen auch Laufzeiten von 100 000 Stunden!
fax / 9.9.2009 – 14:41Die kleinen Lichterketten für Weihnachten gibt es aber noch mit konventionellem Licht, oder? Ab und zu sieht man ja auch schon Haushalte, die auf LEDs umgestellt haben. Das ist zwar toll für die Umwelt, aber gar nicht schön fürs Auge. Hat nichts mehr mit der kuscheligen Wohl-Fühl-Atmosphäre zu tun, die ich v.a. an Weihnachten toll finde.
Tina / 9.9.2009 – 17:18?? Wieso denn das nicht? LEDs gibt es nun wirklich in allen erdenklichen Farben. Es ist sogar eher umgekehrt: Bis vor ein paar Jahren gab es sie sogar nur in "warmen" Farben (rot, gelb, orange, ...) und in grün. Die "kalten" blauen und damit auch die weißen LEDs wurden erst vor kurzem entwickelt, weil sie ganz spezielle Halbleiterübergänge brauchen.
/ 9.9.2009 – 21:59LEDs sind wirklich hervorragend für Illuminationen, also als Lichtspielzeug geeignet aber leider noch lange nicht als wirtschaftliche, angenehme und betriebssicheres Leuchtmittel mit dem man kostengünstig DIN-gerechte Beleuchtungsanlagen ausführen kann! Inzwischen gibt es völlig neue Induktionslampen in Glühlampenform mit einem hervorragendem und angenehmen Licht und einer enormen Lebensdauer von über 60.000 Stunden. Dazu tut man der Umwelt auch noch etwas Gutes, denn die Induktionslampe enthält kein Quecksilber und ist zu 99% recyclebar, ist schaltfest und kälteunempfindlich bis -30°C. Wer also wirklich sich selbst und der Umwelt was Gutes tun will muß sich für das momentan modernste Leuchtmittel auf dem Markt entscheiden. Die Induktionslampe. Leider momentan noch sehr schwer zu bekommen und sozusagen ein "Geheimtip". Ich habe meine ersten Induktionslampen vor einem Vierteljahr von einer Firma Leuchtec gekauft und bin voll begeistert. (Wer sich für die Inducta-Induktionslampen interessiert sollte mal bei "toni.schwarz@leuchtec.de" nachfragen.)
LetsLight / 4.12.2009 – 18:51Gibt es eigentlich Solar-LEDs? Das wäre sehr schön!
/ 4.12.2009 – 20:00Meinst Du LEDs mit Solarzellen für die Außenbeleuchtung? Klar gibt´s die, in den verschiedensten Formen. Habe welche im Garten (mit einer Kollektorfläche von etwa 10 x 10 cm). Die haben sich allerdings als etwas schwächlich herausgestellt. Empfehle deshalb größere Kollektorflächen.
gogreen / 5.12.2009 – 12:10