Der Eier-Code

Erzeuger-Code informiert über Herkunftsland, Tierhaltung und Betriebsform bei der Erzeugung von Hühnereiern.

Ei mit Eier-Code

 

Ein Ei gleicht sprichwörtlich dem anderen.

Um dennoch zu wissen, was man einkauft, ist seit dem 1.1.2004 in der EU für Eier der Güteklasse A ein Stempelcode Vorschrift: Der Erzeuger-Code. Er gibt Hinweise auf Herkunft und Qualität der Eier.


Der Erzeuger-Code für Eier ist wie folgt aufgebaut:

Z-BB-ZZZZZZZ

(Z=Ziffer, B=Buchstabe)

1. Haltungssystem

Die 1. Stelle gibt das Haltungssystem an:

  • 0 = Bio-Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung

Bio- bzw. ökologische Hühnerhaltung

Auslaufhaltung ist vorgeschreiben, maximal 6 Tiere pro m² sind zugelassen. Mindestens 90 % des Futters muss aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, gentechnisch veränderte Futterpflanzen sind verboten. Die Schnäbel dürfen nicht systematisch gekürzt werden, einige Anbauverbände verbieten dies vollständig.

Freilandhaltung

Jedem Huhn steht eine Mindestauslauffläche von 1 m² zu Verfügung. Ein Kaltscharrraum ist vorgeschrieben. Es gibt Nester und Sitzstangen. Bei Freiland- und Biohaltung muss sehr auf die Hygiene geachtet werden, da der Kot nicht direkt abtransportiert wird. Außerdem müssen die Eier zeitnah eingesammelt werden, damit sie nicht angebrütet werden.

Bodenhaltung

Die Hennen werden in einem Stall gehalten und können sich frei bewegen. Der Boden muss zu mindestens einem Drittel mit Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf bedeckt sein, damit die Hühner scharren können. Auf 1 m² dürfen maximal 9 Hühner gehalten werden. Auf Grund der engen Gruppierung besteht die Gefahr des Federpickens.

Käfighaltung

Die Hühner leben in engen Käfigen (ca. 18 Tiere pro m²). Sie stehen auf Drahtgeflechten, haben keine Sitzstangen und keine Nester. Die Eier rollen über einen Bodenrost mit Gefälle automatisch ab. Die Tiere können sich praktisch nicht bewegen. Das führt zu Krankheiten wie Knochenschwäche, Fettleber und Fußballenentzündungen. Die Käfighaltung ist in Deutschland nur noch bis Ende 2009 erlaubt. In anderen Ländern der EU ist sie bereits verboten. In Deutschland existiert außerdem die so genannte Kleingruppenhaltung (ca. 12 Tiere pro m²). Hier gibt es einen etwa bierdeckelgroßen Nestbereich für jedes Huhn.

2. Herkunftsland

Die Buchstaben an der 2. und 3. Stelle des Codes kennzeichnen das Herkunftsland:

  • AT = Österreich
  • BE = Belgien
  • DE = Deutschland
  • DK = Dänemark
  • ES = Spanien
  • FR = Frankreich
  • GR = Griechenland
  • IE = Italien
  • IR = Irland
  • LU = Luxemburg
  • NL = Niederlande
  • PR = Portugal
  • SE = Schweden
  • UK = England

3. Betrieb

Mit der 4.-10. Stelle wird der Erzeugerbetrieb gekennzeichnet. Hierfür gibt es verschiedene Systeme in den einzelnen EU-Ländern. In Deutschland enthält die Betriebskennzahl das Bundesland, den Legebetrieb und die Stallnummer. Dabei stehen die Zahlen an 4. und 5. Stelle für die deutschen Bundesländer:

  • 01 = Schleswig-Holstein
  • 02 = Hamburg
  • 03 = Niedersachsen
  • 04 = Bremen
  • 05 = Nordrhein-Westfalen
  • 06 = Hessen
  • 07 = Rheinland-Pfalz
  • 08 = Baden-Württemberg
  • 09 = Bayern
  • 10 = Saarland
  • 11 = Berlin
  • 12 = Brandenburg
  • 13 = Mecklenburg-Vorpommern
  • 14 = Sachsen
  • 15 = Sachsen-Anhalt
  • 16 = Thüringen

 

Außerdem werden Eier in verschiedenen Größen angeboten:

  • S = klein (small), unter 53 Gramm
  • M = mittel (medium), 53 - 63 Gramm
  • L = groß (large), 63 - 73 Gramm
  • XL = sehr groß (extra large), über 73 Gramm

 

Übrigens:

  • Beim Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen kann man die genaue Herkunft seines Eies erfahren. Hierfür einfach in das Suchfeld den Code auf dem Ei eingeben.
  • Aufgrund der großen Nachfrage der Verbraucher werden z.B. bei Aldi Nord bereits seit 5 Jahren nur noch Eier aus alternativer Produktion verkauft. Der Kunde hat´s entschieden.

 

Quellen: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ökotest, Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V., Kuhstall, oekolandbau.nrw.de

 

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Tierschutz, Lebensmittel / 6.4.2009 / #

31 Kommentare

Wie lange kann man frische Bio-Eier im Kuehlschrank aufbewahren?

irdo / 6.4.2009 – 22:49

Es gibt aber ja auch noch eine menge Leute, die Hühner im Garten haben, mit viel Platz, denen es bestimmt genauso gut geht wie Bio-Hühnern. Das wird irgendwie gar nicht berücksichtigt.

JEns Kremer / 8.4.2009 – 17:46

Sehr geehrte Damen und Herren Kann ich bei einem Eiercode erkennen, ob das Ei aus dem Regierungsbezirk Oberfranken stammt. Wenn ja wie lautet die Ziffer? MfG Claas

Jan-Claas de Rooij / 2.5.2009 – 22:05

Mit der 4.-10. Stelle wird der Erzeugerbetrieb gekennzeichnet. .Die Ziffern 6-10 geben Auskunft über den Legebetrieb und die Stallnummer. Allerdings glaube ich nicht, dass es eine eigene Nummer für Oberfranken gibt...

/ 4.5.2009 – 15:51

Sehr geehrter Herr de Rooij, Eier aus Oberfranken erkennt man an der Kennzeichnung 094 (09 für Bayern, 4 für Oberfranken) an den Stellen 4-6. Mit freundlichen Grüßen, Ihre biobay-Redaktion

Redaktion / 4.5.2009 – 17:34

Interessant.

/ 30.11.2009 – 12:23

cool

j / 21.12.2009 – 20:29

was heist kleingruppe

issa / 22.12.2009 – 15:35

Eine Kleingruppe heißt: In den Käfigen teilen sich in Deutschland bis zu 28 Hennen eine Grundfläche von 2,5 Quadratmetern. Nach EU-Richtlinie sind sogar 33 Tiere möglich. Damit hat jedes Huhn etwa 758 Quadratzentimeter zur Verfügung. Etwas mehr als ein Blatt in DIN A4-Format.

/ 22.12.2009 – 18:10

Juhu! Der Frühling kommt und bald ist wieder Ostern! Die schönste Zeit im Jahr!

/ 20.3.2010 – 17:47

jeah ein Glück das es die Seite gibt! Das macht die Bio-Hausaufgabe viel leichter :)

/ 29.10.2010 – 13:34

stimmt... :)

/ 4.11.2010 – 15:42

Und wieder mal Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch, aus, man höre und staune, einem Abfallprodukt der Biodiesel-Herstellung, das an Hühner verfüttert wird. Na guten Appetit! Also wieder mal: Bio-Eier kaufen, dort ist das betreffende Mischfutter verboten.

Bernd Nering / 4.1.2011 – 19:54

Überrascht es wirklich jemanden, dass nichts Gesundes dabei heraus kommt, wenn man Nutztiere mit Industriemüll füttert? Esskultur in Deutschland: Ein Trauerspiel.

/ 5.1.2011 – 11:07

Wir kaufen schon seit Jahren nur noch Bio-Eier, von daher sind wir also safe. Aber was ist mit all den Produkten, in denen Eier weiterverarbeitet werden? Kekse, Nudeln und so weiter?!

/ 5.1.2011 – 13:17

Kann man inzwischen eigentlich auch sein Auto-Altöl an Geflügelhöfe verhökern? ;-))

Ohrenossi / 5.1.2011 – 21:16

@Ohrenossi: Nein, natürlich nicht! Das geht nur mit altem Frittenfett :-)

/ 6.1.2011 – 11:51

Also: Irgend etwas stimmt da nicht ! Meine Eier im KühlschranK = 1-DE-83355711 lassen sich nicht bestimmen. Meine Zeitung lügt mich an - belastete Eier sind: 2-DE-0355461, 2-DE-0312141, 2-DE-0312142 usw. Wem soll man noch glauben ?

Bernhard / 9.1.2011 – 14:22

Meine Eier im Kühlschrank = 2-NL-4325103, sind die auch belastet ?

Corina Ehik / 10.1.2011 – 11:44

www.was-steht-auf-dem-ei.de hier könnt ihr den Code eingeben und ihr bekommt Informationen zu den betreffenden Legebetrieben!!

Jürgen / 12.1.2011 – 12:57

ja, wem kann man noch glauben???

torsten / 12.1.2011 – 14:59

Ich habe gerade Eier von Gemüsehändler gekauft in Hessen Nummer 1-DE-0508344 aber dieses Nummer ist nicht erkannt von Internet seit www.was-steht-auf-dem-ei.de Warum? sind die irgendwie falschen ei?

Susanne O´Connor / 21.1.2011 – 16:23

Finde diese Kommentare wirklich toll, nur eines darf man nicht vergessen, denn wenn es aktuell wird ist diese Sache schon lange gelaufen. Also Fazit:weiter essen!

Wolfgang / 25.2.2011 – 11:38

Hallo Man meint wenn man Eier mit dem KAT Zeichen kauft ist man auf der sicheren Seite. Dies ist aber leider nicht so. In dem Verein KAT 'Verein für kontrolierte alternative Tierhaltungsformen' sind fast nur noch die großen Eierfabriken Mitglieder und der Handel ist Natürlich auch Mitglied. Der Grund dafür ist das die Kosten für die Mitgliedschaft und die Kontrollen so hoch sind das ein Landwirt unter 10000 Hühner das nicht bezahlen kann. Leider ist es meistens auch so das ein kleiner Landwirt der Eier als Regionales Produkt an einen Lebensmittelladen verkaufen will erst gar nicht aufgenommen wird. Der Grund hierfür ist das Vertreter aus dem Handel im KAT Vorstand sind und Natürlich man erst mal eigene Mitglieder den Zuschlag gibt. Woher ich das weis ist das ich Hühnerhalter bin und ca 2000 Hühner halte. Ich wollte ein Geschäft beliefern und kam aber nicht Rein da ich kein KAT Mitglied bin. Danach wollte ich in den KAT Verein wo ich aber bald Umgefallen bin wegen den Kosten. Dann habe ich mich mal schlau gemacht und habe entdeckt das da fast nur die großen drin sind. Deutsche Frühstücksei Gmbh usw Der Geschaftsführer von KAT hat sich natürlich auch dabei gemacht und die Firma 'OVO Zert' gegründet. Diese Firma macht ein Teil der Kontrollen bei den Hühnerfarmen die Richtig Geld kosten. Ein Bekannter ist bei KAT und hat mir gesagt das seit dem er von 'Ovo Zert kontroliert wird die Kosten dafür um das doppelte gestiegen sind. Also am besten beim Bauern auf dem Lande Eier kaufen wenn dieser auch einen mal in den Stall schauen läst. Also Augen auf beim Eierkauf.

Chris / 26.5.2011 – 20:40

Please keep thrwonig these posts up they help tons.

Kaylea / 30.9.2011 – 9:06

I'm shcoekd that I found this info so easily.

Betsy / 16.12.2011 – 4:15

This is an article that makes you think "never thoguht of that!"

Jeanne / 19.1.2012 – 11:53

Ich dachte ja das die Käfighaltung verboten ist, habe Eier von privat gekauft die folgende Codierung aufweisen 3-DE 0507151. kann leider nicht nachverfolgen wo diese Eier herkommen. NRW ist klar aber dann ? Wer weiß Rat? Gruß Anke

Anke / 6.4.2012 – 11:49

Wir sind schockiert. Da kaufen wir Bioerzeugte Eier, und weil eine PCB-Warnung für Eier aus NRW besteht, kümmern wir uns darum, was der Eiercode überhaupt besagt. Das hatten wir vorher guten Glaubens nicht getan. Ok, naiv, ich gebe es zu. Auf dem Karton steht De-Öko 005, hergestellt von Agrico Handelsgesellschaft Lohne. Also deutsche Eier. Dachten wir. Und dann müssen wir feststellen, dass Aldi unsere Bioerzeugten Eier aus ITALIEN holt. Da bleibt einem doch der Dotter im Hals stecken.

ArnoSabine / 6.4.2012 – 12:28

Och, das ist doch nichts ungewöhnliches. Hier werden Bioeier bei Aldi verkauft, die aus Schweden stammen.

nachtigallfan / 12.4.2012 – 22:28

Mensch Leute, habt ihr keine anderen Sorgen? Schaut euch mal um. Es gibt tausende Menschen, die sich überhaupt keine Hühnereier leisten können. Und es sind auch Kinder, die von dem leben müssen, was andere wegwerfen würden!

Camouflage / 13.4.2012 – 20:18

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