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Wirtschaft, FinanzenLange Jahre war es einfach: Wenn eine Glühbirne kaputt war, kaufte man eben eine neue. Und heute? Die EU hat das Verbot von Glühbirnen beschlossen. Immer neue Leuchtmittel finden den Weg in die tägliche Anwendung: Bei IKEA gibt es Energiesparlampen, der Autoverkäufer wirbt mit Xenon-Licht, im Supermarkt liegen LED-Taschenlampen aus. Wir stellen die wichtigsten Leuchtmittel vor:
GrundlagenDie so genannten Energiesparlampen sind kompakte Bauarten von Leuchtstoffröhren. (Sie heißen daher eigentlich Kompaktleuchtstoffröhren.) Für sie gelten also dieselben Grundlagen wie für Leuchtstoffröhren.
Energiesparlampen sind ebenfalls Gasentladungslampen: Hier fließt elektrischer Strom durch ein Gas (und nicht durch einen Metalldraht wie bei Glüh- oder Halogenlampen) und regt es zum Leuchten an.
Die Elektronen, aus denen der elektrische Strom besteht, stoßen auf ihrem Weg durch die Leuchtstoffröhre gegen die Gasatome darin. Dabei wird ein Teil ihrer Bewegungsenergie auf die Gasatome übertragen (genauer: auf die äußeren Elektronen der Gasatome. Man spricht dann von angeregten Atomen). Die Gasatome geben diese Energie praktisch sofort wieder ab - und zwar in Form von Licht.
Dieses Licht hat aber nur eine Farbe. Um ein kontinuierliches Lichtspektrum zu erhalten, mit dem man alle Farben sehen kann, ist daher ein weiterer Schritt notwendig:
In der Leuchtstoffröhre der Energiesparlampe wird durch das Leuchtgas zunächst UV-Licht (ultraviolettes Licht) erzeugt. Es ist unsichtbar und energiereicher als sichtbares Licht (bekannt als Verursacher von Sonnenbrand). Das UV-Licht wird nun mit Hilfe eines Leuchtstoffes in sichtbares Licht verschiedener Farben umgewandelt - und erscheint als weißes Licht an der Außenseite der Leuchtstoffröhre.
Allerdings ist das abgestrahlte Lichtspektrum bei handelsüblichen Energiesparlampen nicht kontinuierlich. Es weist Linien und Lücken auf. Während das Licht von Glühbirnen gegenüber dem Sonnenlicht zu mehr Rottönen hin verschoben ist, sind im Licht von Energiesparlampen Blau- und Grüntöne besonders stark enthalten.
Da - im Gegensatz zu Glühbirnen - nur wenig Energie in Wärme umgewandelt wird, steigt die Temperatur von Energiesparlampen auch im Betrieb nur wenig über Zimmer-Temperatur.
Auch der Aufbau von Energiesparlampen entspricht im Wesentlichen dem von Leuchtstoffröhren. Auch Energiesparlampen bestehen aus einem Glasrohr, das mit Quecksilber und einem Edelgas - zum Beispiel Argon - gefüllt ist. Das Quecksilber gibt bei Stromfluss unter anderem das erwünschte UV-Licht ab (Wellenlänge: 254 Nanometer); das Edelgas erleichtert die Zündung der Gasentladung.
Die Innenseite des Glasrohres ist mit einem Leuchtstoff beschichtet. Dieser wandelt das UV-Licht in sichtbares Licht um (Wellenlängen zwischen 400 und 760 Nanometer). Mit verschiedenen Leuchtstoffen können verschiedene Lichtspektren erzeugt werden - von eher „warmen“ Tönen bis hin zu Sonnenlicht-ähnlichen Spektren.
Das Glasrohr ist bei Energiesparlampen allerdings kürzer und dünner als bei üblichen Leuchtstoffröhren und zusätzlich gebogen, gewendelt oder gefaltet, um die kompakten Abmessungen zu ermöglichen. Außerdem ist der Gasdruck in einer Energiesparlampe höher als in einer Leuchtstoffröhre. Dadurch wird zum einen eine größere Lichtdichte erreicht. Zum anderen ist vor dem Einschalten das Quecksilber größtenteils noch nicht gasförmig. Deshalb erreichen Energiesparlampen ihre volle Leuchtkraft erst nach einer Aufwärmphase, in der das Quecksilber verdampft.
Um den Stromfluss durch die Gasfüllung in Gang zu setzen, ist eine Zündspannung notwendig, die weit über der Netzspannung (220 Volt) liegt. Diese Zündspannung erzeugt ein so genannter Starter. Weiterhin sorgt eine so genannte Drossel dafür, dass der Strom in der Leuchtstoffröhre nach dem Starten nicht zu stark ansteigt. Starter und Drossel sind häufig in einem so genannten Vorschaltgerät zusammen untergebracht. In elektronischer Bauform wird es Elektronisches Vorschaltgerät (kurz EVG) genannt. Elektronische Vorschaltgeräte transformieren außerdem die 50-Hertz-Netzfrequenz auf einige kHertz und betreiben die Leuchtstoffröhre in dieser Frequenz. Starter und Drossel befinden sich bei Energiesparlampen im Sockel – deshalb ist er so groß.
Den im Vergleich zu Glühbirnen kleineren niederfrequenten Feldern stehen höherfrequente Wechselfelder (bis 50 kHertz) aus den Vorschaltgeräten gegenüber.
Der kleine Bruder der Leuchtstoffröhre ist ein langlebiger Energiespar-Fuchs. Unter Umweltgesichtspunkten ist die Energiesparlampe insgesamt ein erheblicher Fortschritt gegenüber der Glühbirne. Auch finanziell lohnt sie sich trotz höherer Anschaffungskosten. Die erste Generation der Energiesparlampen hat sich jedoch durch Kinderkrankheiten auch unbeliebt gemacht. Brummen, Flackern, "kühles" Licht und lange Aufwärmzeiten sprachen gegen sie. Diese Probleme gelten inzwischen grundsätzlich als gelöst – häufig schon jetzt nur eine Frage des Preises. Nach derzeitigem Kenntnisstand können im Hausgebrauch längerfristig allenfalls LED-Lampen mit den Vorteilen der Energiesparlampen mithalten.
Umwelttechnik, Energie sparen, Strom, Wohnen / 22.4.2009 / #
11 Kommentare
Tolle Serie!! Hier erfährt man wirklich Interessantes mit einem direkten Zusammenhang zum alltäglichen Leben!
/ 22.4.2009 – 17:06Was ich nicht ganz verstehe ist, dass in letzter Zeit doch einige Berichte über Gesundheitsprobleme bei Beleuchtung mittels Energiesparbirnen auftauchen, obwohl die Technik und auch das Licht schon seit Jahrzehnten in jedem Büro an der Decke hängt, nämlich als Neonröhre. Wie kommt das? Ist man zuhause empfindlicher als im Büro? Oder ist das psychisch, weil man bei neuer Technik immer etwas misstrauisch ist?
Mike Gr. / 23.4.2009 – 14:38Mir persönlich geht es so, dass ich das Licht der E-Sparlampen häufig als unagenehm kalt empfinde. Für das Büro somit aber bestens geeignet, da es da ja nicht gemütlich sein soll ;-) Zu Hause mag ich das aber häufig nicht. Bisher habe ich die passende E-Sparlampe für mich auch noch nicht gefunden, die Farben waren mir immer zu steril... Wenn jemand einen Typ für nen warmen Farbton hat, würde ich mich freuen.
Motte / 23.4.2009 – 14:42Habe Softtone-E-Sparlampen und normale E-Sparlampen in gedeckten Lampenschirmen im Wohnzimmer und - bisher hat es noch fast niemand bemerkt! Sooo schlimm scheint das Licht nicht zu sein.
/ 24.4.2009 – 8:54Ich nutze eine Tageslicht- Sparlampe , das optimale Licht für Büro und Verkaufsräume in denen gearbeitet werden soll. Allerdings bekommt man diese Lampen nicht überall. Auf jeden Fall ist sie in Baubiologischen Shops zu bekommen.
Erich / 28.4.2009 – 23:44Lieber Erich, könnten Sie mir vielleicht Marke und Typ der Tageslicht-Lampe nennen? Und was kostet sie? So eine suche ich nämlich. Viele Grüße, Mike
Mike Gr. / 29.4.2009 – 8:31Die Serie finde ich total super!
/ 18.5.2009 – 20:55Wir haben schon seit Urzeiten Leuchtstoffröhren in der Küche über der Arbeitsplatte (und da sind wir wahrscheinlich nicht die einzigen). Und ich finde das Licht ziemlich gut - schön hell und klar. Dass die Röhren so sparsam sind, wusste ich gar nicht, da hat man sich früher nicht so die Gedanken drüber gemacht. Aber wieso regt man sich jetzt über das Licht von Energiesparlampen so auf?
/ 26.6.2009 – 20:37Na dann schaut euch doch mal diese Information genauer an. http://www.lichtbiologie.de/page18/page18.html. Das was hier alles diskutiert wird, geht an dem wirklich Wesentlichen total vorbei!
Reinhard / 9.7.2009 – 17:34Was ist denn Deiner Meinung nach das wirklich Wesentliche?
/ 27.8.2009 – 8:44Quecksilber emmitiert in vielen Wellenlängen, nicht nur bei 254 Nanometer.
volker / 5.1.2010 – 10:24