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Nicht der Mikrowellenherd ist ungesund, sondern das, was man häufig in ihm warm macht.
Wie gesund man sich ernährt, entscheidet man nicht beim Kauf einer Mikrowelle, sondern beim Einkauf der Lebensmittel, die man kocht.
Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen im Wellenlängenbereich zwischen Rundfunkwellen und infrarotem Licht. Handelsübliche Mikrowellenherde - oft vereinfacht „Mikrowelle“ gennant - verwenden Wellen mit einer Frequenz von ca. 2,5 Gigahertz, das heißt einer Wellenlänge von ca. 12 cm. Sie werden mit Hilfe eines so genannten Magnetrons an einer Seite des Gerätes erzeugt und dann in den Garraum geleitet.
Mikrowellen regen Wassermoleküle zu Schwingungen an und erwärmen sie auf diese Weise. Die Wärme der Wassermoleküle wird dann auf umliegende Materialien übertragen - so wärmt sich das gesamte Gericht im Garraum auf. (Dasselbe geschieht mit anderen Molekülen, die eine elektrisch positive und eine negative Seite haben, also ein elektrisches Dipolmoment besitzen)
Mikrowellen führen - im Gegensatz zu Licht-, UV- oder Röntgenstrahlung - nicht zu molekularen oder chemischen Veränderungen. Es handelt sich um so genannte nicht ionisierende Strahlung, die auf die Elektronenkonfiguration eines Materials keine direkte Auswirkung hat.
Alle chemischen Veränderungen in einem Mikrowellenherd rühren von der Wärme her, die sie erzeugen, und können theoretisch auch beim Erhitzen auf herkömmlichen Herden entstehen.
Der Unterschied: Mikrowellen dringen einige Zentimeter tief in Lebensmittel hinein und erwärmen sie so an jeder Stelle gleichzeitig. Im Gegensatz dazu werden Lebensmittel auf einem herkömmlichen Herd nur an der Oberfläche erwärmt, nämlich dort, wo sie den Topf oder die Pfanne berühren. Die Wärme fließt dann von der Oberfläche ins Innere der Speisen.
Das Strahlungsfeld im Innenraum eines Mikrowellenherdes ist ungleichmäßig verteilt. (Bei stehenden Wellen treten an gewissen Stellen sogenannte Knoten auf, in denen wenig Energie auf die Speisen übertragen werden und „Bäuche“, in denen viel Wärme erzeugt wird.) Obwohl man versucht, das Wellenfeld im Garraum möglichst gleichmäßig zu halten, zeitlich zu variieren und die Lebensmittel zusätzlich in vielen Geräten auf einem Drehteller stehen, kann es zu heißeren und weniger heißen Bereichen in einem Mikrowellengericht kommen. Dieser Effekt tritt auch deshalb auf, weil die Mikrowellen vor allem das Wasser in den Lebensmitteln aufwärmt. Denn Wasser absorbiert die Mikrowellen besonders gut. Knochen beispielsweise werden deutlich schwächer erwärmt.
Aber auch bei einem herkömmlichen Herd werden die Lebensmittel an manchen Stellen wärmer als an anderen – nämlich dort, wo sie Topf oder Pfanne berühren.
Studien zufolge werden im Mikrowellenherd einige Vitamine und andere Vitalstoffe etwas stärker zerstört als auf dem herkömmlichen Herd, andere dafür etwas schwächer. Die Unterschiede sind alles in allem überschaubar. Bisher konnten keine keine Substanzen nachgewiesen werden, die sich im Mikrowellenherd bilden, auf einem normalen Herd aber nicht. Das ist nicht verwunderlich, denn sowohl beim normalen Herd als auch im Mikrowellenherd wird nichts als Wärme auf Lebensmittel übertragen.
Auf der anderen Seite ist die Gefahr von Oberflächenverbrennungen (inklusive der Bildung ungesunder Verbrennungsprodukte) in einem Mikrowellenherd geringer als im Topf oder in der Pfanne.
Beim Erwärmen von Gemüse hat die Mikrowelle gegenüber konventionellen Garmethoden außerdem den Vorteil, dass weniger Flüssigkeit verloren geht.
Für die Gesundheit wesentlich ausschlaggebendender ist, dass in einem Mikrowellenherd im Durchschnitt häufiger Fertiggerichte zubereitet werden.
Sie sind im Allgemeinen aufgrund des hohen Verarbeitungsgrades, vieler unnatürlichen Zusatzstoffe und der langen Lagerdauern einer gesunden Ernährung weniger zuträglich als frische Lebensmittel - welche man meist auf dem normalen Herd zubereitet.
Mikrowellen erwärmen auch das Wasser im menschlichen Körper. Das kann schwere Gesundheitsschäden verursachen, da die Erwärmung sofort auch im Innern des Körpers einsetzt. Daher sollte man sich selbst keiner unnötigen Mikrowellenstrahlung aussetzen. Vor allem die Augen sind vor Mikrowellen zu schützen, da eine Erwärmung der Augenlinse Grauen Star auslösen kann.
Handelsübliche Mikrowellenherde sind aber gut gegen den Austritt der Mikrowellen nach außen geschützt. Ein Mechanismus in der Herdtür verhindert außerdem den Betrieb des Mikrowellengenerators bei geöffneter Tür. Von einem Mikrowellenherd geht daher im Normalfall keine nennenswerte Gefahr durch die direkte Einwirkung von Mikrowellen auf den Menschen aus.
Ein Mikrowellenherd ist praktisch, und bisher konnten keine wesentlichen ernährungsphysiologischen Nachteile gegenüber herkömmlichen Garmethoden nachgewiesen werden. Jedoch verleitet eine Mikrowelle erfahrungsgemäß zum Verzehr von Fertiggerichten - und das kann sie indirekt dann doch ungesund machen. Denn Rohkost und frisch zubereitete Speisen sind einem Fertiggericht mit ähnlichen Bestandteilen in jedem Fall vorzuziehen. Insofern darf man sich ruhig die Frage stellen, ob man einen Mikrowellenherd wirklich braucht.
10 Kommentare
Gibt es eigentlich Gefäße, die man nicht in die Mikrowelle tun sollten? Z.B. Glas oder Metall?
/ 2.2.2010 – 22:34Ich find es ehrlich gesagt etwas komisch, wenn ausschließlich die Wassermoleküle sich drehen... Das kommt so in der Natur doch nicht vor, oder? Die stoßen natürlich auch die anderen Moleküle an, die sich dann auch drehen, aber komisch finde ich das trotzdem. Kann sicher gesagt werden, dass dies keinerlei negative Auswirkungen auf unseren Körper haben kann?
Familie Lang / 3.2.2010 – 11:33Welches Geschirr in die Mikrowelle darf, steht oft drauf. Kann man sonst ausprobieren: Einfach rein in die Mikrowelle, kurz einschalten und schauen, ob es warm ist. Günstiger ist es, wenn es kalt bleibt, dann wird keine Energie zum Aufheißen des Geschirrs verschwendet. Metall wird warm und schirmt die Mikrowellen ab. Plastik kann (wie auf dem Herd auch) natürlich schmelzen. In der Regel funktioniert normales Porzellan (ohne Metallverzierungen!) oder eben extra Mikrowellengeschirr gut.
/ 3.2.2010 – 12:01In einem Haushalt mit kleinen Kindern und Babys ist eine MW sehr hilfreich, da man schnell ein Gläschen oder anderes Essen warm machen kann. Ich kann mir ein Leben ohne MW gar nicht mehr vorstellen, allerdings benutzen wir sie auch ausschließlich für das BabyZeug. Das MW-Essen, das man kaufen kann, finde ich wiederlich.
BabyM / 3.2.2010 – 19:00Wie ist denn die Energieeffizienz einer Mikrowelle im Gegensatz zu einem Herd bzw. Ofen? Bisher habe ich alles Essen gut im Ofen warm machen können und hatte nicht das Gefühl, eine Mikrowelle zu brauchen. Ist das Essen denn schneller und stromsparender in der Mikrowelle fertig? Hat hier jemand Vergleichswerte? Wie gesagt: ichhabe noch nie mit einer Mikrowelle gearbeitet und weiß es daher nicht.
Hausputzi / 4.2.2010 – 16:27Ich glaube, in einer MW wird das Essen schon viel schneller heiß, als im Ofen. Allerdings weiß ich nicht, ob dafür dann auch mehr Strom verbraucht wird?
/ 4.2.2010 – 23:01Kannst du einfach ausrechnen: Die elektrische Leistung der Mikrowelle (Watt) steht meist auf der Frontseite, z.B. am Drehregler zur Einstellung der Heizstufe. Die elektrische Leistung des Ofens steht in der Gebrauchsanleitung. Diese Leistung multiplizierst du einfach mit der Zeit (Sekunden), die du zum Aufwärmen brauchst, das ergibt die Energie (Joule). Eine Mikrowelle hat normalerweise einen Wirkungsgrad von rund 65%, ein E-Herd praktisch 100%. Der E-Herd heizt aber erst mal die Kochplatte auf, dann den Topf und dann das Essen, die Mikrowelle heizt gezielt das Essen. Wenn man also kleinere Mengen warm macht (zB eine Tasse Kakao), ist die Mikrowelle sparsamer, was den Stromverbrauch angeht. Wenn man zB 2 Liter Suppe stundenlang kocht, ist der Herd effizienter.
ElGringoC / 9.2.2010 – 9:09Meine Mikrowelle braucht 600 Watt und ich kann damit eine Tasse Kakao in 2 Minuten warm machen. Macht 0,02 kWh, kostet mich ca. einen halben Cent (stimmt das?) und in der Zeit ist mein alter E-Herd gerade warm geworden so ungefähr.
/ 13.2.2010 – 13:10Wir haben auf ne Mikrowelle verzichtet, weil die eben doch dazu einläd, sich Junk-Food eben mal schnell warm zu machen. Bei uns wird auf dem guten, alten Herd gekocht.
L. Mund / 26.2.2010 – 11:49Seit Jahren machen wir das Essen vom Vortag in der Mikro warm und uns geht es bestens. Daher glaube (oder hoffe) ich nicht, dass es schädich ist.
/ 5.3.2010 – 20:51