Detroit Motorshow 2010: Zwischen Pick-up und Elektroauto

Antiquierte PS-Riesen und unverkäufliche Elektroauto-Studien auf der US-Automesse - aber wenig praktische, umweltfreundliche Autos für die Gegenwart.

Detroit Motorshow: Toyota FT-CHDie Detroit Motorshow lässt Autokäufer etwas ratlos zurück: Man kann riesige Pick-ups aus vergangenen Zeiten bestaunen und Elektroautos für eine ferne Ökostrom-Zukunft.

Aber für die Zeit dazwischen - und damit für den nächsten Autokauf - gibt es in Detroit wenig Neues: Die Autos, die man heute sucht - praxistauglich, sparsam, wirtschaftlich - hat kaum ein US-Hersteller im Programm.

Peter M. Ist unentschlossen. Der Elektroingenieur und Audi-Fahrer braucht ein neues Auto. Die Familie quängelt, große, durstige Autos taugten nicht mehr als Statussymbol. Was also tun?

Welches Auto soll man heute kaufen?

Einen schweren Geländewagen? Sicher nicht: Zu hoher Spritverbrauch, zu viel CO2. Ein Elektroauto? Auch keine Lösung, solange der Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken kommt. Beruflich in Detroit, sucht Peter M. Rat auf der größten US-Automesse NAIAS, der North American International Auto Show.

Detroit ist nicht gerade für automobile Zimperlichkeiten bekannt. In der Heimat der „Big 3“ setzt man traditionell eher auf große Ladeflächen als auf kleinen Benzinverbrauch. Aber diesmal sollte alles anders werden. Das Motto: „Die Zukunft des Autoverkehrs“.

Und wie sieht das Auto der Zukunft aus?

In Detroit gibt es offenbar 2 Antworten auf diese Frage:

1. Muscle-Cars von gesternDetroit Motorshow NAIAS

Auf den Ständen der Big 3 hängen wie schon vor 20 Jahren riesige Pick-ups von der Decke. Es gibt einen neuen Ford Mustang mit mächtigem 5-Liter-V8-Motor zu sehen und einen knapp 600 PS starken Cadillac CTS-V.

Hier riecht es nach endlosen Highways, billigem Benzin und American Dream, aber auch etwas nach automobiler Vergangenheit, denkt sich Peter M.

2. Elektroautos für übermorgen

Etwas weiter in den Messehalten liest er: Electric Avenue. Auf einer eigener Stellfläche reihen sich - wie inzwischen auf allen Automessen - elektrische Autostudien, -prototypen und exotische Randgruppenfahrzeuge aneinander. Und - auch daran hat man sich inzwischen gewöhnt - wo immer ein Stromkabel an einem Auto hängt, klicken die Kameras. Denn für Viele ist Elektroantrieb gleich Zukunft.

Aber der Elektroingenieur weiß, dass regenerativer und damit zukunftsfähiger Strom noch viele Jahre Mangelware sein wird - selbst ohne Elektroautos. Und er weiß, dass die Praxis-Tauglichkeit der Fahrzeuge noch einige Entwicklungsarbeit erfordert: Sperrige Akkus, kurze Reichweiten, lange Ladezeiten und hohe Preise machen sie bislang praktisch unverkäuflich.

All das wissen die Autohersteller natürlich auch. Und so rollt jeder irgendeine Elektroauto-Studie auf die Messe, um nicht als altmodisch zu gelten, wohl wissend, dass sie kaum jemand kauft.

Auch auf der Electric Avenue wird Peter M. also nicht recht fündig, denn er sucht jetzt ein Auto und nicht in 20 Jahren. Es soll gut aussehen, zügig unterwegs sein und trotzdem „nicht von gestern“ - also wenig Kraftstoff verbrauchen, wenig CO2 ausstoßen. Das kann doch nicht so schwer sein?

Doch, ist es. Und das ist das Problem der Detroit Motorshow.

Moderne PKW aus Europa

Es gibt sie schon, die umweltfreundlichen „Vernunft-Autos“: Bei Ford steht ein neuer Focus, sogar ein Fiesta wird gezeigt, GM/Fiat präsentieren einen Fiat 500 und die verkleideten Opel-Modelle Chevrolet Aveo (Corsa) und Cruze (Astra). Bei Chrysler gibt es einen Lancia Delta mit Crysler-Lenkrad zu sehen (was etwas unfreiwillige Komik in den Innenraum bringt). Diese Autos kennt Herr M. allerdings längst, denn sie kommen alle aus Europa.

So wie der neue VW Jetta (in den USA beliebter als der Golf), in Detroit als Hybrid-Auto unter dem Namen "New Compact Coupé" ausgestellt - mit 4,2 Litern Normverbrauch und 98 g CO2/km bei 227 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das sind die Werte, die der Ingenieur sucht!

Noch dieses Jahr soll es einen Hybrid-Touareg geben, sowie einen 7-er und einen X6 von BMW. Und Mercedes verkauft die M-Klasse in den USA bereits in einer Hybrid-Version. Der Star auf dem Messestand der Stuttgarter ist allerdings das neue E-Klasse-Cabrio mit Windabweiser auf der Frontscheibe, der Luftwirbel verhindern soll. Vorteil: Das Auto kann man tatsächlich schon kaufen. Nachteil: Das Antriebskonzept bietet nichts bahnbrechend Neues.

Hybrid-Routine aus Asien

Vor allem die Hybrid-Pioniere Toyota und Honda haben schon viel Erfahrung mit der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, die besonders im Stadtverkehr den Verbrauch deutlich reduziert.

Toyota hat weltweit bereits weit über 1 Million Hybrid-Prius verkauft - vor allem in Japan und den USA. In Detroit stellt man bereits die dritte Prius-Generation vor, nebst einem noch kleineren Voll-Hybrid-Pkw, genannt FT-CH (Bild oben). Und auch die Nobeltochter Lexus bekommt immer mehr Hybridautos ins Programm.

Ein Kleinwagen von GMC

Und dann gibt es doch noch eine Überraschung in Detroit: GMC, bisher für XXL-Pick-ups bekannt, präsentiert den Kleinwagen Granite. Das Auto selbst ist auf den ersten Blick keine Sensation, aber dass GMC solch ein Auto zeigt, ist doch bemerkenswert.

Und Peter M.? Er schlendert Richtung Ausgang denkt sich: „Vielleicht frage ich lieber zu Hause mal bei Audi nach einem sparsamen Diesel“.

Und außerdem öffnet ja schon im März der Genfer Autosalon ...

 

Quellen: NAIAS, Der Spiegel, Der Stern, auto-motor-sport, Handelsblatt, Die Zeit

 

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Modelle, Technik, Märkte / 22.1.2010 / #

23 Kommentare

Ihr Artikel stellt vieles richtig dar. Trotzdem beschleicht mich bei meinen USA-Besuchen regelmäßig Wehmut. Das Straßenbild der Nation, die lange Zeit die schönsten Autos der Welt gebaut hat, ist geprägt von asiatischem Einheitsdesign, welches leider auch viele amerikanischen Fabrikate übernommen haben. Japanische Kleinwagen sind bestimmt vernünftig, wirtschaftlich, von guter Qualität, etc. Aber die US-Autoindustrie hat nach meinem Empfinden ihr Gesicht verloren, zum großen Teil jedenfalls. Und ich freue mich immer auf die "unsinnigen Ami-Schlitten", sie gehören für mich zu Amerika dazu, wie Taco Bell, Starbucks und Walmart.

B. Schäfer / 22.1.2010 – 11:37

Ja, ich fänd es auch schön, wenn man ein paar der Schlitten "umweltfreundllich" nachbauen könnte. Sollte man sie in den USA zu sehr vermissen, kann man auch nach Kuba fahren. Da fahren nur die alten Ami-Schlitten rum.

/ 23.1.2010 – 9:00

Als Fan alter US-Autos war ich natürlich schon auf Cuba. Und da fahren sie ja wirklich noch, die uralten Buicks, Lincolns und Chevrolets. (Zum Teil pfeiffen sie allerdings eher aus dem letzten Loch). Aber das sind alles alte Autos. Was ich vermisse, sind neue schöne amerkanische Autos. Schaut Euch mal die aktuellen Pontiacs an, die sehen doch aus, wie ein Mazda. Traurig, traurig.

/ 23.1.2010 – 11:31

Korrekt. Hatte beim letzten USA-Urlaub einen Pontiac G6 als Mietwagen (blind von D aus gemietet), der sah vor allem von innen aus wie ein Mazda.

Bubbleburger / 24.1.2010 – 12:00

Ich trauere den alten Ami-Schlitten nicht hinterher... Irgendwie hat doch alles seine Zeit. Und richtig umweltfreundlich lassen sich diese riesen Schlitten doch auch gar nicht bauen. Noch schlimmer finde ich allerdings den Trend in den USA, fast nur noch SUVs zu bauen. Die sind verhältnismäßig einfach viel zu groß und zu schwer. Außerdem machen die bei Unfällen regelmäßig das andere Fahrzeug so platt, dass die anderen Fahrer kaum eine Überlebenschance haben. Das muss doch nicht sein. Auch andere Autos sind als Familenwagen völlig ausreichend.

Sebastian Wurmel / 24.1.2010 – 12:50

Kleiner Seitenblick: Hummer ist nicht mehr (http://www.stern.de/auto/service/produktionsende-des-hummer-luden-aufgepasst-euer-auto-gibts-nicht-mehr-1537416.html) Die Dinosaurier werden immer trauriger ...

/ 25.1.2010 – 1:14

Autsch, das Ding war doch eher eine Therapie gegen Minderwertigkeitskomplexe als ein Auto. Was macht man(n) denn jetzt, wenn man sich klein und mickrig fühlt? Mein Vorschlag: GM sollte Gruppentherapien anbieten oder Monster-Tuningkits für die G-Klasse :-)

/ 25.1.2010 – 12:34

Ich fand den Hummer ausch schon immer spucke-hässlich. Gestern hat im Skype sogar der WWF gelästert, dass er sich diesmal ausnahmsweise über das Hummer-Aussterben freut :-)

/ 25.1.2010 – 15:04

Und wenn man sich besonders groß und toll vorkommt, fährt man Fiat Panda oder was? Zu blöd nur, dass man da dann gar nicht reinpasst ...

Hummer-Hammer / 27.1.2010 – 9:39

Ich kann in den USA inzwischen US-Autos von japanischen auch nicht mehr unterscheiden, außer die Pick-ups: Da sind die US-Modelle von Ford, GMC etc. einfach noch eine Spur lässiger! Und wenigstens bringen die wenigen deutschen Autos etwas Abwechslung in den Einheitsbrei. (Vielleicht kommt einem das aber auch nur so vor, weil man sie sofort wiedererkennt.)

/ 5.2.2010 – 1:47

Ich glaube, dass ist einfach der Zeitgeist. Geschmäcker ändern sich mit der Zeit und jede Periode hat eben ihre Farben und Formen. Ich finde die alten Schlitten auch schöner, aber wenn die Mehrheit das so empfinden würde, dann würde es sie noch geben :-) So hat eben jede Zeit ihre Berechtigung. Daher finde ich es unsinnig, deswegen zu jammern.

/ 5.2.2010 – 9:56

Grau-braunes Plastik im Innenraum und liebloses Außendesign ist Zeitgeist? Alles klar. Nee, das ist einfach billiger!

/ 5.2.2010 – 12:12

Es wird sicher keiner extra scheußliche Autos designen. Warum auch? Das ist doch totaler Quatsch. Klar wird bei Billig-Autos v.a. darauf geschaut, dass sie günstig zu produzieren sind. Aber so kriegt eben jeder das, was er verdient :-) Für ein schönes Auto muss man eben auch bereit sein, etwas zu zahlen.

/ 5.2.2010 – 13:18

Der Übergang zum Elektroauto eröffnet ganz neue Design-Ansätze, weil sich die Elektro-Aggregate anders anordnen lassen als Verbrennungsmotor+Kupplung+Getriebe+Antriebswelle ... Zum Teil sieht man das ja auch schon bei den E-Auto-Studien (siehe z.B. Tesla oder Audi E-Tron). Ich glaube, das kommt eine Menge interessantes Design auf uns zu.

/ 28.2.2010 – 12:28

In England gibt es doch so einen ganz fantastischen Solar-Sportwagen, der wahnsinnig viele PS hat. Das ist doch das tollste Bsp. für ein echt gelungenes Design eines tollen LOHAS-Produktes

/ 28.2.2010 – 14:00

Ein "Solar-Sportwagen" mit "wahnsinnig vielen PS"? Was ist das denn für ein Hirngespinst? Der müsste ja ein Sonnensegel von der Größe eines halben Fußballplatzes haben.

/ 11.1.2011 – 19:05

I'm out of laegue here. Too much brain power on display!

Jaxon / 26.5.2011 – 4:41

Hallo zusammen, Regelleistungsvolumen wird die neue Budgetierung gennant. Die Abrechnung ffcr die c4rzte erfolgt erst im Sommer 2009. Bisher weiss also keiner, ob Gewinne oder drastische Verluste entstehen. Super Situation Schwierig wird es bei chronisch erkrankten Patienten, die an einer Krankheit leiden, die nicht als extra-budgete4re Vergfctung’ aufgelistet ist und die eine langwierige Therapie erforderlich macht. Die Medikation hierffcr kann zwar extra-budgete4r sein, wird also nicht hochgerechnet, daffcr aber bekommt der Arzt pro Quartal nur einmal Geld, egal ob der Patient mehrmals!!! im Quartal die Praxis aufsucht. Diese Logik verstehe mal einer?! Natfcrlich ist es ein Unding, Patienten unbehandelt im Regen stehen zu lassen. Liebe c4rzte, zieht die Notbremse Aber:Unser Gesundheitssystem muss transparenter werden, genau wie es bei Privatpatienten schon lange der Fall ist. Hier kann man beim Patientenkontakt einfach anklicken, was mit dem Patienten gemacht wurde. Spe4ter wird nur noch per Knopfdruck verrechnet. So funktioniert fcbrigens jedes Abrechnungssystm in der freien Wirtschaft. Jeder Handwerkerbetrieb weiss, welche Leistungen er dem Kunden heute in Rechnung stellen kann. c4rzte kf6nnen ihre Kosten nicht mehr vorausschauend kalkulieren, ein Desaster bedenkt man, dass der Arzt mehr denn je betriebswirtschaftlich handeln soll. Meine Meinung:Ulla, hf6r endlich auf, alles noch mehr zu komplizieren. Mach einmal eine Kassenabrechnung und anschliedfend eine Abrechnung ffcr die Privatversicherten. Dann mfcsste dir spe4testens dann ein Licht aufgehen, oder? Und wenn nicht, kann es nicht schaden, mal Karl (Karl Lauterbach) zu kontaktieren. Der hilft dir ganz bestimmt. Also LG Judy

Priscilla / 28.8.2012 – 10:33

ja geniedf deinen Urlaub, (^-^) ich habe fcbrigens auch schon deine Karte bmkomeen, vielen Dank! ich werde mich am WE mal melden wenn ich wieder zu Hause bin! @Ulli & Mjami, vielen Dank ffcr die Glfcckwfcnsche und die lieben Komplimente zu den Bentos, das freut mich wirklich sehr! Ich hoffe auch das ich mich schnell einarbeiten werden, bis jetzt gefe4llt es mir sehr gut! (^v^) *freu*

Anwar / 29.8.2012 – 0:24

Sieht sehr gut aus, aber hilf mir mal auf die Sprfcnge: ich kann die Sfcdfkartoffel auf Deinen Bildern nicht finden, oohbwl ich eigentlich dachte, ich wfcsste, wie die Dinger aussehen Doch nicht etwa die grauen Klumpen rechts oben?! ^^

Lovely / 29.8.2012 – 0:46

Vielen Dank ffcr das Rezept, ich habe 1L heute Abend gemacht und bin schon gennaspt auf die Ergebnisse! Allerdings ist der Waschbecken sehr sauber und alleine darauf freue ich mich schon!dcbrigens, ich habe fcber meine Erfahrungen mit meinem selbstgemachten Waschmittel gebloggt und das Rezept von Biotiful fcbersetzt, (und natfcrlich einem Link zu Biotiful.at gegeben). Wenn's nicht zurecht ist, sag einfach Bescheid

Marjana / 30.8.2012 – 0:59

Danke dir.Wer weidf vielleicht bin ich berites ne4chstes Jahr dort unterwegs. In den ne4chsten drei Jahren wird es aber sicherlich etwas. Wer weidf, vielleicht wandert auch mein Sohn mit. Ich habe ihm schon immer, als er noch ein Kind war von diesem Weg erze4hlt und auch vom Sarek. Hfctten sind sicherlich fein, aber ich schlafe meist lieber im Zelt. So lange ich da noch reinkrauchen kann. (wie ich hoffe, noch viele Jahre!)lg Kathi

lana / 2.10.2012 – 4:06

Danke dir.Wer weidf vielleicht bin ich berites ne4chstes Jahr dort unterwegs. In den ne4chsten drei Jahren wird es aber sicherlich etwas. Wer weidf, vielleicht wandert auch mein Sohn mit. Ich habe ihm schon immer, als er noch ein Kind war von diesem Weg erze4hlt und auch vom Sarek. Hfctten sind sicherlich fein, aber ich schlafe meist lieber im Zelt. So lange ich da noch reinkrauchen kann. (wie ich hoffe, noch viele Jahre!)lg Kathi

lana / 2.10.2012 – 4:08

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