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Über 2.500 Hersteller – über die Hälfte aus dem Ausland – lockten von Donnerstag bis Sonntag über 45.000 Besucher in die Messehallen.
Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik und -mode, sanfter Tourismus, Öko-Strom, ethische Geldanlage, Kinderbedarf: Mehrere hundert neue Produkte wurden vorgestellt – neben tausenden bereits Etablierten.
Neu: Messebericht BioFach 2010
Zu Beginn gleich eine gute Nachricht: Die GLS-Bank aus Bochum bietet ihren Kunden ökologische und soziale Geldanlagen. Entgegen der allgemeinen Situation am Finanzmarkt berichtet sie von einer positiven Entwicklung: Die Zahl der GLS Bank-Kunden stieg 2008 von 55.000 auf 62.000, die Bilanzsumme von 796 Mio. auf 1,013 Mrd. Euro. Die Bank schreibt seit Bestehen schwarze Zahlen und hat keine Verluste aus der Finanzmarktkrise zu verzeichnen.
Die Reisezeitschrift Verträglich Reisen gibt viele Tipps von der klimaschonenden Anreise bis zur schönsten Unterkunft vor Ort - gerne mit Bioküche, Öko-Kräutergarten und sonnengewärmtem Duschwasser. Sie stellt in unterhaltsamen Reportagen vor, wie ökologisches Reisen mit dem Rad oder mit der Familie aussehen kann. Schwerpunktthemen 2009 sind außergewöhnliche Unterkünfte, Familienferien, Frankreich, Gartenreisen und Reisen mit Bus und Bahn. Außerdem ein Sonderteil zu umweltengagierten Unterkünften - von der kleinen Selbstversorgerpension bis zum 5-Sterne-Hotel
Es gab viel Bio-Schokolade zu sehen und zu schmecken. Neben den bereits bekannten Bio-Sorten Vollmilch, Feinherb, Mandelsplitter und Trauben Cashew stellte Ritter Sport die neue Sorte Bio-Macadamia vor. In gewohnt professioneller Ritter-Qulität darf man erwarten, dass auch sie beim Kunden ankommt.
Bio-Schokoladen-Routinier Vivani lockte die Besucher mit einer Genuss-Vernissage an seinen Stand. Denn bei Vivani ist eine kunstvolle Verpackung fester Bestandteil der Produkte. Auf der Messe wurden die beiden neuen Geschmacksrichtungen Feine Bitter Grüntee-Mango und Weiße Erdbeer vorgestellt – eine gelungene Ergänzung der Produktpalette.
Die schweizer Schöneberger AG stellte gleich 5 neue Schokoladenkreationen vor. Unser Tip: Zartbitter-Orange.
In Umfragen geben bisher nur 0,1 % der Deutschen die Quitte als ihre liebste Obstsorte an. Das könnte sich bald ändern. Zu den Bionade-Sorten Litschi, Holunder, Kräuter und Ingwer-Orange gesellt sich nun die Quitte. Wie die bereits bekannten Sorten, hat auch Bionade Quitte einen ganz typischen, unverwechselbaren Geschmack. Die Quitte kann in Deutschland angebaut werden; Bionade versucht, so viele Rohstoffe wie möglich von den Bio-Bauern aus der Region zu beziehen.
Der demeter-Obstbauer Clostermann vom Niederrhein hat seinen „Apfel-Secco“ mit Rosenblüten noch verfeinert. Das Ergebnis „Apfel & Rose“ ist ein blüten-frischer Gaumenschmaus.
Das demeter-Weingut im Zwölberich liegt im Anbaugebiet Nahe. Es produziert aromareiche Weiß- und Rotweine sowie Traubensäfte verschiedener Rebsorten. Zur Messe präsentierte das Weingut die ersten 2008er Weine, zum Beispiel einen Portugieser Rotwein aus 30 Jahre alten Reben. 2 Zwölberich-Weine wurden beim internationalen Bioweinpreis der Messe prämiert.
„Ein Trinkgefäß sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr.“ Diesem Wilhelm Busch-Zitat schließen sich die Brauer des Bio-Gins The Duke aus München an. Neben unbehandelten Wacholderbeeren verarbeiten sie 12 ausgesuchte Kräuter und Gewürze, darunter Koriander, Zitronenschalen, Angelikawurzel, Lavendelblüten, Ingwerwurzel, Orangenblüten und Kubebenpfeffer. Das Ergebnis überzeugt sowohl pur als auch mit Tonic.
Laut Fish&More sollte man auch beim Fisch auf guten Lebenslauf achten. Darum hat das Unternehmen mit "followfish" das weltweit erste
Online-Tracking-System für Fisch entwickelt. Mit einem Code auf der Verpackung kann sich jeder Kunde im Internet über Herkunft, Fang und Transport informieren.
Und für die Bio-Fastfood-Fans gab´s unter anderem leckere Dosensuppen und Fischstäbchen von Ökoland. Das Bioland- und BNN-zertifizierte Unternehmen steht schon seit vielen Jahren für höchste Qualität in der Lebensmittelherstellung.
Naturkosmetik-Hersteller Annemarie Börlind wirbt damit, Ausrüster der Miss Germany zu sein. Und tatsächlich: Plötzlich sitzt die Schönheitskönigin im Messestand und lässt sich vor laufenden Kameras schminken.
Dieses Jahr im Trend: Natürliche Badezusätze und Massageöle – von Badeölen über Badepralinen bis hin zu Badeseife in Tortenform. Schon von weitem duftet zum Beispiel der Stand von Atina angenehm nach vielfältigen natürlichen Bade- und Massageseifen.
Die Interessengemeinschaft der führenden Naturkosmetikfirmen Europas, NaTrue und der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) haben mit dem NaTrue-Label ein neues Güzezeichen für Naturkosmetik etabliert. Das Ziel ist eine klare und leicht verständliche Definition von Naturkosmetik. So sind die Kriterien des Labels eindeutig festgelegt und können im Internet eingesehen werden. Das NaTrue-Siegel unterscheidet 3 Qualitätsstufen: 1 Stern kennzeichnet Naturkosmetik, 2 Sterne Naturkosmetik mit Bio-Anteil und (zu mindestens 95 %) reine Biokosmetik erhält 3 Sterne.
Das junge Unternehmen fairliebt zeigt eine neue Kollektion, die durch klare, moderne Schnitte und natürliche Farben geprägt ist. Die ersten Kollektionen haben die Gründer selbst entworfen, inzwischen ist eine Modedesignerin mit an Bord.
Die Engel Gmbh präsentiert neue Damen-Unterwäsche – weiß, schlicht, schick.
Die Wiona Premium-Bio-Windeln sind allergiegetestet und wurden von dem unabhängigen Institut Dermatest als besonders hautfreundlich zertifiziert. Das besonders große und weiche Kissen aus Zellulose wird von Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen, gereinigt und in einem chlorfreien Bleichverfahren verarbeitet. Auch die Windelfolie aus Pflanzenstärke ist vollständig biologisch abbaubar. Verpackt werden die Biowindeln in recycelbaren Kartons aus 90 % Altpapier.
Das Markenprogramm von memo umfasst über 650 umwelt- und sozialverträgliche Artikel für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit. Auf der BioFach wurde unter anderem der neue memo Naturfarbkasten vorgestellt.
VARIS aus Lettland bietet Holz-Bausätze an, aus denen Kinder die unterschiedlichsten Spiel-Landschaften selbst zusammensetzen können – ähnlich wie mit LEGO. Das vielseitige Spielzeug wurde vielfach international ausgezeichnet. Hier sind der Kinderfantasie kaum Grenzen gesetzt. Neu auf der BioFach: Der Baukasten VARIS Architect.
Mit Naturenergie und Greenpeace-Energy waren 2 echte Öko-Strom-Anbieter vor Ort. Das heißt, sie produzieren sämtlichen Strom aus regenerativen Energiequellen, anstatt lediglich Öko-, Atom- und Kohle-Strom auf verschiedene Kunden zu verteilen. Naturenergie setzt hierbei auf reine Wasserkraft. Greenpeace-Energy nutzt verschiedene erneuerbare Energien; den aktuellen Strommix kann man stundengenau im Internet einsehen.
Es gab viel zu sehen und zu probieren auf der Weltleitmesse für Bio-Produkte. Unser Eindruck: Die BioFach spiegelt die Entwicklung der Bio-Branche(n) wieder: Umweltfreundlich, gesund, vielseitig, lecker, schick und innovativ.
Kosmetik, Lebensmittel, Mode, Freizeit / 23.2.2009 / #
11 Kommentare
Das hört sich nach einem wirklich spannenden Schlemmerstreifzug und platten Füßen an ;-) Schade, dass die BioFach nur Fachpublikum zugängig ist. Das wäre sicher auch für viele Privatpersonen ne tolle Sache. Aber so erfährt man ja mal von den Highlights, auch sehr schön!. Werde mir die neue Bionade direkt mal kaufen.
Marion Senner / 25.2.2009 – 13:07Der Apfel-Rosen-Secco schmeckt wirklich fantastisch! Kann ich wärmstens empfehlen! Werde mir davon einen Vorrat anlegen.
E.B. / 25.2.2009 – 14:09War auch auf der BioFach und muss sagen: Gerade die Bio-Schokolade hat doch in den letzten Jahren große Schritte gemacht! Da gab es auf der Messe ja ein paar richtig leckere Sachen, also richtig lecker! (Kann mich da noch an etwas "sparsame" Anfangszeiten erinnern)
Markus B. / 25.2.2009 – 21:17nun ... ich war auf der Biofach ... und war ein wenig erschrocken von der massiven Kommerzialisierung der Branche ... gefällt mir gar nicht wie die gute alte Biobranche die ich noch kennengelernt habe. Huibert de Vet
Huibert de Vet / 26.2.2009 – 15:03Ich denke auch, dass viele ein wenig wehmütig der "guten alten Zeit" hinterher sehen. Aber dazu passt "wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit"... Ich glaube, es war für die Biobranche einfach an der Zeit, sich ein neues, frisches Image anzueignen. So werden auch Kunden aufmerksam, die man vorher nie hätte ansprechen können. Ich persönlich freue mich sehr über die Entwicklung und werde nun nicht mehr als Spinner abgetan, weil ich den Kühlschrank voller Bio-Produkte habe. Aber natürlich muss darauf geachtet werden, dass Bio nicht einfach als Geldbringer ausgeschlachtet wird... Ich sehe insgesamt aber mehr Chancen als Risiken in dieser Entwicklung. Und die BioFach, die ich auch besucht habe, fand ich sehr beeindruckend! War zum ersten Mal da und werde sicher wieder kommen. Mir fehlten nur ein wenig die schicken, jungen Fashionlabels. Habe davon nur 2 der mir bekannten gefunden....
Manuela Winter / 26.2.2009 – 16:10Ein Nachtrag noch ... wer mit offenen Augen dort war muss erschreckt gewesen sein wer auf Konsum und Verbreitung der Konsummöglichkeiten aus war, war es zufrieden. Negativ ist absolut, dass sich die Branche, was die sichtbaren Mitspieler angeht, so langsam komplett wandelt. Nicht etwa in Richtung "modern" sondern in Richtung "Cash". Ich bin z.B. einem Holländer begegnet .. und kam mit ihm ins Gespräch ... wohl auch wegen meinem Namen. Und was kam dabei heraus? Er hat als Holländer in China Grundstücke gepachtet, beackert die mit preiswerten einheimischen Chinesen, produziert Trockenfrüchte und Nüsse, die hier auch wachsen würden, packt das in ein Containerschiff nach Europa und ab dafür .. das hat mit der Biobranche, dem Geist der Biobranche, rein gar nichts mehr zu tun. Das ist nur noch Cash machen. Er würde genauso auch in Südamerika oder Rumänien anbauen, wenn sich das unternehmerisch positiv rechnen würde. Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen der Verfügbarkeit von nominal biologisch erzeugten Gütern (der reine Konsument ist zufrieden) ... und tatsächlich biologisch erzeugten Gütern (der umweltfreundlich denkende Konsument ist zufrieden). Aber genug davon ... der Trend ist im Gange und so nicht mehr umkehrbar weil das Geschäft die entsprechenden Leute anzieht.
Huibert de Vet / 26.2.2009 – 16:30Da gebe ich Herrn de Vet natürlich recht: Bio sollte nicht so laufen, dass in Billiglohnländern ökologisch produziert und dann in andere Absatzländer verschickt wird. Gegen diesen Trend bin ich auch und denke, dass auch hier der Nachfrager durch Kauf oder eben auch Nicht-Kauf bestimmter Produkte entscheiden sollte, welche Firmen für ihr Verhalten sanktioniert oder belohnt werden. Meiner Meinung nach ist die Nennung der Ökobilanz auf den Produkten ein zwingender, nächster Schritt, um Produkte dahingehend vergleichbarer zu machen. So wird auch die Nuss aus China blass aussehen... Und wir besinnen uns wieder mehr auf regionale und saisonale Produkte. Dazu gibt es hier übrigens auch nette Rezepte, die sich meist an saisonalen Zutaten orientieren.
M.W. / 27.2.2009 – 10:45Habe auf der BioFach aber auch viele kleine "ursprüngliche" Bio-Anbieter gesehen, die "ehrliche" Arbeit aus der Region anbieten. Der Verbraucher muss hier die Spreu vom Weizen trennen, fürchte ich. Hoffentlich macht er das auch :-)
Markus B. / 27.2.2009 – 11:21ps: biobay wurde übrigens in der Eröffnungsrede von Fr. Eigner erwähnt, kann das sein? Scheint sich ja langsam rumzusprechen.
M.B. / 27.2.2009 – 11:27p.p.s. die dame heißt Aigner ;-) Und sie ist Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das ist natürlich schon super, wenn sie auf biobay hinweist. Das schafft direkt ein Plus an Vertrauen! Klasse.
Annette Sauer / 27.2.2009 – 12:38Ich persönlich finde Öko-Kommerz trotz allem besser als "herkömmlichen" Kommerz! (war allerdings selbst nicht auf der Messe, da ich Privatkäuferin bin)
Gesine / 2.4.2009 – 8:51