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Durch den Kauf einer 51-prozentigen Beteiligung hat die Radeberger Gruppe KG am 1. Oktober die Mehrheit des Ostheimer Getränkeherstellers übernommen.
Die Oetker-Tochter und größte private Brauereigruppe in Deutschland kauft die Anteile von der Egon Schindel Holding GmbH (ESH). Weitere Anteile sollen die Gründer abgeben. Mittelfristig soll Radeberger mit insgesamt 70 % an der Bionade GmbH beteiligt sein.
Ein Ziel der Übernahme soll die internationale Expansion der Kult-Brause sein, die das Unternehmen sich alleine nicht zutraut, da die Margen hierzu in Deutschland nicht ausreichten.
Peter und Stephan Kowalsky, Bionade-Gründer und -Geschäftsführer: ,,Wir sind der ESH dankbar für die Unterstützung, die sie uns seit 2002 zuteil werden ließ. Gleichzeitig brauchten wir einen Partner, der uns den Rücken stärkt, damit wir die Potentiale der Marke Bionade wirklich heben können - auch und besonders für unsere Internationalisierungspläne. Wir wollen nicht, dass Bionade so etwas wie eine kleine Szene-Limo in Deutschland bleibt."
Die Wahl ist auf die Radeberger Gruppe gefallen. Dr. Albert Christmann, Sprecher der Geschäftsführung: „Wir sind zuversichtlich, der Marke Bionade die Unterstützung geben zu können, die sie zur Realisierung ihrer Strategien benötigt: Und zwar als Partner, der mit ihr auf Augenhöhe arbeitet, ihr und ihren Machern alle Freiheiten gibt, die diese benötigen, um die Erfolgsgeschichte der Bionade fortzuschreiben.“ Allerdings bekommen die Gründer der Öko-Brause einen kaufmännischer Leiter aus der Radeberger Gruppe an die Seite gestellt.
Wie es heißt, hat Konzernchef August Oetker selbst das Geschäft eingefädelt. Zuletzt waren neben der Oetker-Gruppe auch Coca-Cola, Nestlé und Bitburger als mögliche Käufer der Bionade GmbH im Gespräch. Der Verkauf bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden.
Bionade kam 1995 auf den Markt. Der Braumeister Dieter Leipold von der Ostheimer Brauerei Peter hatte das Bio- Erfrischungsgetränk erfunden. Es handelt sich um eine völlig neue Getränkegattung: Die Brause entsteht durch Fermentation von Malz, wobei der Malzzucker nicht wie beim Bier in Alkohol, sondern in Glukonsäure umgewandelt wird. Inzwischen gibt es die Geschmacksrichtungen Kräuter, Orange-Ingwer, Litschi, Holunder und Quitte.
Der durchschlagende Erfolg der Bionade sicherte - neben einem sechsstelligen Lottogewinn - den Fortbestand des Unternehmens. Es wird von den Brüdern Peter und Stephan Kowalsky, ihrer Mutter Sigrid Peter-Leipold (Inhaberin der Brauerei Peter) und ihrem Mann Dieter Leipold geführt.
Zunächst wuchs der Absatz rasant: Nach eigenen Angaben von 1,5 Millionen Flaschen im Jahr 2002 auf 200 Millionen in 2007.
In den letzten Jahren setzten jedoch Nachahmerprodukte und eine saftige Preiserhöhung dem Wachstum vorerst ein Ende: Der Absatz fiel 2008 auf 150 Millionen Flaschen und für 2009 wird ein noch schwächeres Ergebnis erwartet.
Quellen: Radeberger, Handelsblatt, Taz
Firmen, Märkte, Lebensmittel / 5.10.2009 / #
3 Kommentare
Mich macht es immer etwas skeptisch und traurig, wenn kleine Bio-Unternehmen von großen konventionellen Unternehmen geschluckt werden. Geht es dann überhaupt noch um die "gute Sache" oder wird einfach nur ein weiterer Kanal geschaffen, über den die Großen Geld scheffeln können? Auf der anderen Seite finde ich es auch gut, dass der Bio-Branche weiterhin ein solches Potential zugetraut wird, das Investments von einem solchen Umfang gettätigt werden. Dennoch - eine unabhängige Bionade wäre mir lieber...
/ 5.10.2009 – 11:26Schade eigentlich, dass "Bionade nicht so etwas wie eine kleine Szene-Limo in Deutschland bleibt."
/ 5.10.2009 – 13:14Real brain power on dsiplay. Thanks for that answer!
Charlotte / 26.5.2011 – 3:21