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Verbraucherschützer fordern seit langem eine einfache Kennzeichnung für Nahrungsmittel, die beim Einkauf auf den ersten Blick deutlich macht: "Gesundes Lebensmittel“ oder „Vorsicht, Kalorienbombe". Eine gesetzliche Regelung hierzu gibt es hierzu aber nicht.
Der Tiefkühlkost-Hersteller Frosta führt ein solches System nun als erster Lebensmittelproduzent in Deutschland freiwillig ein. Ab August wird eine so genannte Ampel-Deklaration auf den 4 meistverkauften Gerichten zu finden sein: Bami Goreng, Hähnchen Geschnetzeltes, Wok Mango-Curry und Wildlachs Blattspinat in Butterblätterteig.
Die Anteile an Fett, Salz und Zucker werden in Zahlen und zusätzlich in den Ampelfarben dargestellt. Grün bedeutet unbedenkliche, rot „deftige“ Mengen dieser Bestandteile.
Frosta will nach eigenen Angaben ausprobieren, ob und wie die Kennzeichnung wahrgenommen wird und fordert eine gesetzliche Verpflichtung für die gesamte Lebensmittelindustrie. Frosta-Vorstand Felix Ahlers: „Uns geht es darum, den Verbraucherwunsch zu erfüllen." Sollte es aber in den nächsten Monaten keine gesetzliche Regelung geben, will Frosta prüfen, ob die Kennzeichnung wieder abgeschafft wird.
Dass ein Lebensmittelhersteller die Einführung einer transparenten Lebensmitteldeklaration vorantreibt, ist bemerkenswert. Denn bislang sträubte sich vor allem die Lebensmittelindustrie gegen das Ampel-Modell - aus Angst vor Umsatzeinbußen. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde hält die Markierung in den Farben Rot, Gelb und Grün zudem als zu stark vereinfacht und somit irreführend. Unter anderem, weil sie viele andere wichtige Nährwert-Informationen unterschlage.
Der Verbraucher sieht das einer Emnid-Umfrage zufolge anders: Zwei Drittel der Deutschen sind für eine farbliche Kennzeichnung von Dickmachern in Lebensmitteln. Auch Krankenkassen und Verbraucherzentralen fordern, die Ampel-Kennzeichnung zur gesetzlichen Pflicht zu machen. AOK-Vorstand Jürgen Graalmann: "Wir brauchen dringend eine transparente und leicht verständliche Information über den Nährwertgehalt von Lebensmitteln".
Das Beispiel Großbritannien zeigt allerdings, dass es auch ohne geht: Hier verwendet ein Großteil der Hersteller freiwillig ein Ampel-System - weil der Kunde es wünscht.
Quellen: FTD.de, SpiegelOnline, Süddeutsche.de, Frosta
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Lebensmittel, Firmen, Märkte, Gesetze / 4.6.2009 / #
8 Kommentare
Klasse, ein sehr guter Ansatz! Ich habe auch eine Zeit in England gelebt und die Ampel-Kennzeichnung sehr geschätzt! Ein guter Schritt von Frosta, dem hoffentlich noch viele weitere Hersteller folgen.
Marry / 4.6.2009 – 11:31Ja, wie cool ist das denn?! Frosta ist schneller (und verbraucherfreundlicher) als Ministerien und Parlamente. Mutig!
/ 4.6.2009 – 13:30Frosta hat aber noch keine Bio-Produkte, oder?
/ 4.6.2009 – 20:30Finde ich prima...das sollten wirklich alle Hersteller einführen!
/ 5.6.2009 – 8:07Die Nährwert-Ampel scheint im Moment das beste Mittel zu sein, damit die Leute Zucker-, Salz- und Fettgehalt in Lebensmitteln schnell und einfach erkennen können - das sagt jedenfalls diese Studie: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630421,00.html
irmi / 15.6.2009 – 12:35Alle, die sich eine Ampelkennzeichnug für Lebensmittel wünschen, können hier an einer Unterschriftenaktion teilnehmen: http://foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/mitmach_aktion/index_ger.html Die Bundesregierung ist gegen eine Ampelkennzeichnung, kann aber von der EU überstimmt werden.
/ 10.11.2009 – 16:03Grad unterschrieben, geht ganz fix. Ich finde, dass eine Ampelkennzeichnung eine wirklich gute Sache ist und würde daher alle bitten, mitzumachen.
/ 10.11.2009 – 16:30Schade, es scheint nichts zu nützen, die Zucker- und Fettlobby ist wohl stärker: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,665569,00.html
/ 9.12.2009 – 16:29