Test Viele Kinder-Matratzen „sehr gut“

11 von 15 wurden mit der Bestnote bewertet. Auch die übrigen 4 laut Ökotest „gut“ - insgesamt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu vorherigen Tests.

Schlafendes Kind im Bett: Baby- und Kinder-Matratzen-TestBabys schlafen 15 bis 16 Stunden am Tag, Kleinkinder 12 bis 13, in der Grundschulzeit sind es noch etwa 10. Grund genug, besonders bei Kindern auf eine gute Matratze zu achten. Und das heißt vor allem: Möglichst schadstoffarm.

Der Ergonomie der Matratzen kommt hingegen weniger Bedeutung zu als bei Erwachsenen. Hauptsache sie passt von der Größe her gut ins Bett und ist nicht zu weich, so Ökotest. Denn die Kleinkind-Wirbelsäule ist noch gerade, die S-förmige Krümmung entwickelt sich erst später. Da der Kopf fast so breit ist wie die Schultern, müssen Kinder in der Seitenlange nicht wie Erwachsene in die Matratze einsinken, um den Kopf gut zu betten.

Eine Trittkante kann zusätzlich verhindern, dass sich Babys zwischen Bett-Gitterstäben und Matratze Hände, Füße oder Kopf einklemmen.

Ökotest hat im Matratzenkern und im Bezug von 15 Kindermatratzen nach möglichen Schadstoffen gesucht - und diesmal nicht viel gefunden.

Testergebnis

11 der 15 Matratzen wurden sehr gut bewertet (in der Auflistung unten fett gedruckt), die übrigen 4 erhielten eine gute Note. Ganz vorne mit dabei die Naturprodukte von Dormiente, Lonsberg und Prolana. Schon für 100 Euro gibt es nun eine Matratze ohne Fehl und Tadel. Beim Ökotest 2005 schnitten viele Modelle noch wesentlich schlechter ab.

In den 4 nur guten Matratzen wurden geringe Mengen des als reizend geltenden Antimon entdeckt. Das Halbmetall wird bei der Produktion von Polyester als Katalysator eingesetzt. In 9 Bezügen wurden zudem überflüssige optische Aufheller gefunden.

Folgende Produkte wurden getestet (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Alvi Lena Latex-Matratze
  • Aro Sanistar Kaltschaum-Matratze
  • Ascade Dornröschen Kinderbett-Matratze
  • Dormiente Natural-Kids Heidi Basic
  • Dr. Lübbe Air Premium Kindermatratze
  • f.a.n. Medisan Care Kindermatratze
  • Klima LaPur Kindermatratze
  • Lonsberg Naturbetten Kindermatratze Latex, mittelweich
  • Malie Benjamin Kinderbett-Matratze
  • Paradies Iris Baby- und Kindermatratze
  • Prolana Naturbettwaren Ronja Plus Allergie Kindermatratze
  • Sultan Sussa Kindermatratze
  • Sun Garden Kinder-Rollmatratze
  • Teddy Kindermatratze
  • Träumeland Softwash Anti-Allergic

Geprüft wurden die Matratzen auf:

  • Latex- und latexierten Modelle: krebserregende Nitrosamine und Schwefelkohlenstoff. (Diese Stoffe können beim Vulkanisieren von Kautschuk - dem Ausgangsprodukt für Latex - können diese Stoffe entstehen.)
  • Kokosmodelle: Pestizide, denn Kokosfasern werden häufig mit Pflanzenschutzmitteln bearbeitet.
  • Kunststoffmodelle: Phthalate, phosphororganische und zinnorganische Verbindungen (Phthalate werden in Kunststoffen als Weichmacher genutzt, phosphororganische Verbindungen als Flammschutzmittel und Zinnorganika bei der Herstellung von Polyurethanschaum)
  • Bunte Bezüge wurden auf Azo- und Dispersionsfarben kontrolliert und alle Matratzen wurden auf optische Aufheller und chlorierte Kunststoffe in der Verpackung untersucht.

Quelle: Ökotest

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Ausstattung, Gesundheit, Wohnen / 25.7.2009 / #

11 Kommentare

Ich komme grade aus einem Urlaub in Afrika wieder. Es ist schon sehr seltsam zu sehen, unter welchen Umständen die Kinder dort aufwachsen müssen und auf welch hohem Standard wir uns hier Gedanken über die Gesundheit unseres Kinder machen können. Heißt nicht, dass ich es schlecht finde. Ein derart hohes Gesundheits- und Wohlstandsniveau, wie hier in Deutschland, ist sehr schön. Aber manchmal sollte man die Leute bewusster darüber machen, wie gut es ihnen geht, dass sie sich Gedanken über den Gesundheitswert von Kindermatratzen machen können...

Lena G. / 25.7.2009 – 13:09

Wir leben aber nun mal nicht in Afrika. Mir tun die Kinder dort auch leid, aber sollen wir deshalb die Möglichkeiten, die man hier hat, nicht nutzen? Bewusstsein für andere und auch für die Probleme anderer tut sicher jedem von uns gut. Aber ich finde es nicht komisch, wenn Leute nach der richtigen Kinder-Matratze suchen. Schließlich verbringen Babsy und Kinder auf ihrer Matratze sehr viel Zeit, da sollte sie schon passen.

/ 2.12.2009 – 19:37

Ich fürchte, Kinder in Industrienationen kommen mehr mit gesundheitsschädlichen Chemikalien in Kontakt als Kinder in Afrika. Vielleicht ist das sogar einer der wenigen Vorteile, den Kinder in nicht-industialisierten Ländern haben, ohne die vielen schlimmen Probleme verharmlosen zu wollen, die sie haben.

Figen / 29.10.2010 – 11:06

Das glaube ich nicht. Wenn man mal schaut, in welchen Verhältnissen die Kinder in Afrika leben, dann ist die obige Aussage in meine Augen echt unsinn! Viele leben vom Müll, den sie sich zusammen sammeln. Viele leben sogar auf Mülhalden! Und kommen tagtäglich mit giftigsten Chemikalien in Berührung. Wir hier jammern echt auf einem verdammt hohen Niveau. Und - liebe Eltern - kauft doch einfach mal was unbehandeltes und kümmert euch wirklich darum, was gut ist und was nicht, anstatt die Verantwortung immer auf die böse Industrie zu schieben!

/ 29.10.2010 – 11:12

Tja, ist eben Glücksspiel wo man geboren wird... Ich leiste meinen Beitrag an Menschen in schlechteren Lebensumständen anstatt die westliche Welt zu kritisieren. Ich finde es eher krank, wenn Leute gegen Atomkraft oder Tierversuche demonstrieren und Menschen in Not auf dieser Welt vergessen... Die richtige Matratze fürs Kind ist in der Kategorie LAPPALIE, um mal einen Vergleich zu ziehen.

Werner / 3.1.2011 – 16:09

Warum sollte man sich um den Gesundheitswert von Kindermatratzen keine Gedanken machen? Natürlich ist es eine Frage des Wohlstandes. Doch wenn wir hier unseren Wohlstand einsetzen, um für unsere Kinder zu sorgen, so ist das sicherlich nicht verwerflich. Ich frage mich gerade, ob es nicht schlimmer ist, in ferne Länder zu reisen und dort in einem Luxusresort abzusteigen? Mit dem Kauf einer guten Matratze verpeste ich die Umwelt wohl weniger als mit einem Langstreckenflug. Abgesehen davon frage ich mich, ob die Kinder in Afrika etwas davon haben, wenn wir dorthin in die Ferien vereisen??

asi / 4.2.2011 – 18:52

Keep on writnig and chugging away!

Lola / 7.9.2011 – 14:50

nicht alle reisende fahren in 3.welt laender,um in resorts abzusteigen....wuerden die menschen in afrika in unserem wohlstand leben,wuerden sie sich auch gedanken ueber die matratzen ihrer kinder machen.

suicideangel3000 / 21.9.2011 – 17:32

Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und der Armut in manch anderen Ländern. Klar, es gab schon lange auf der Erde verschiedene Unterdrückungsmechnismen und Feden und sonstiges, die manche Menschen - und manchmal sogar einen Grossteil der Bevölkerung - von der sebstständigen Nutzung des ihnen anvertrauten Landes für die Selbt(bestimmte) Versorgung abhielten - (auch in Europa: Leibeigenschaft) aber so flächendeckend wie wir zur Zeit Menschen aus anderen Ländern ihr Land wegnehmen, um auf dem ihnen anvertrauten und von ihnen bewohnten Land (zB mittel Vertreibung) Rohstoffe anzubauen, mit denen wir enorm verschwenderisch umgehen (siehe unter anderem Taste the Waste ab 16. Sept im Kino) wir tragen das durch unsreen Konsum mit - ich finde, es macht ganz schön viel Freude, auf Güter umzusteigen, die möglichst fair gehandet wurden, sich zu informieren, regional zu konsumieren und Projekte in anderen Ländern unterstützen, die man von HERZEN sinnvoll findet (und sich am Besten auch hier informieren - wie ist die lebensweise eines Volkes? was passiert, wenn sie statt Landrückgabe Dosennahrung und Bekeidung, die für ihr Klima nicht geeignet sind, bekommmen? was passiert mit Menschen aus indigenen Völkern und Stämmen, die ihrer natürlichen Bewegungsfreiheit mehr folgen können? die ihre Traditionen nicht mehr vollständig leben können oder in dem Tempo und Ausmass verändern, dass ihnen selbst angemessen scheint ... ?) und natürlich ist es wundervoll, auf die Gesundheit der eigenen Kinder zu achten! es gibt genug für alle auf der Erde, es braucht nur eine gerechte Verteiung, mehr Kleinstruktur, mehr Liebe und Wertschätzung untereinander und für die Lebewesen hier auf der Erde * und: ich kann es gut verstehen, den Unterschied, den Lena G. beschrieben hat ....

Mona / 21.9.2011 – 20:52

Erstaunlich, wie der erste Kommentar alle weiteren Diskussionen nach Afrika zieht. Zur Erinnerung: Im Artikel gehts um Kindermatratzen! Schön ist, dass die Hersteller offenbar nachgebessert haben und weniger Schadstoffe in Kindermatratzen gefunden werden. Wir als Käufer können uns nun also auf andere Merkmale konzentrieren. Dem einen ist wichtig, dass die Materialien natürlichen Ursprungs sind. Dem anderen, dass Blümchen auf dem Polyester-Bezug sind. Nachhaltigkeit ist wieder für andere wichtig und wenn schon beim Anbau darauf geachtet wird, dann haben wir auch in den Herkunftsländern (von Kokos und Latex z.B.) einen positiven Effekt. Der Kauf einer Öko-Kindermatratze wird den Afrikanischen Kontinent nicht verändern, da sind sich wohl alle einig. PROLANA aber bezieht z.B. den Naturlatex aus nachhaltig bewirtschafteten Kautschukbaum-Farmen (vom FSC-zertifiziert) ! Ressourcen schonen, die Arbeiter vor Gift schützen, ein würdiges Gehalt zahlen. Mit dem Kauf einer Matratze dieses Herstellers z.B. kann man den Prolana-Einkäufern ein Zeichen geben, dass wir als Kunden das wichtig finden. Andere Hersteller werden dann nachziehen und Schritt für Schritt wird die Welt besser (wenn auch erst einmal nur für einige Arbeiter in Farmen und Fabriken und deren Familien). Hier gibts also einen Zusammenhang mit Afrika. (auch wenn der Kautschuk mehr aus Sri Lanka und Indonesien stammt aber egal) Eine Kindheit in Afrika als "Leben auf der giftigen Müllkippe" oder "in freier, unberührter Natur" zu bezeichnen ist beides sehr pauschal. In Afrika leben schließlich über 1 Milliarde Menschen in SEHR unterschiedlichen Verhältnissen.

Peter / 18.1.2012 – 12:22

Peter bringt es auf den Punkt. Und was die Diskussion mit 3. Welt Ländern angeht, rate ich jedem dringend an: kauft Fairtrade oder Produkte die in der EU oder in Deutschland hergestellt wurden. Gilt für alle Produkte, nicht nur Kinderbettmatratzen. Oder wollt ihrs billig und einzelne Geschäftemacher bereichern, die ihre Arbeiter abzocken? Davon mal abgesehen ist die Qualität meist auch mehr als fragwürdig (ich denk mal an die mit Melamin gestreckte Säuglingsmilch aus China vor ein paar Jahren). Kauft Produkte die in der EU/Deutschland hergestellt sind, mit Prüfsiegeln oder Fairtrade.

/ 9.2.2012 – 12:33

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