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Lange Kochzeiten von Lebensmitteln zerstören - vor allem mit dem Sauerstoff aus der Luft - natürliche Aromen, Vitamine und andere Nährstoffe.
Um Lebensmittel schonend, lecker und gesund zuzubereiten, kann ein Küchengerät gute Dienste tun, welches gerade eine Renaissance erlebt: Der Dampfdrucktopf, auch Schnellkochtopf oder Dampfgarer genannt.
Der praktische Helfer - Vielen als zischendes Ungetüm aus Omas Zeiten bekannt - spart außerdem viel Zeit und eine Menge Energie.
Kocht man mit Wasser in einem offenen Topf, so wird das Wasser nie wärmer als 100 Grad Celsius. Der Grund: Alle Wassermoleküle, die heißer werden, verschwinden als Wasserdampf aus dem Topf. Und mit ihnen verschwindet ein Großteil der beim Kochen eingesetzten Energie ungenutzt in die Umgebung.
Ein Dampfdrucktopf wird nur ein paar Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt und dann luftdicht verschlossen. Beim Erhitzen verdampft auch hier ein Teil des Wassers.
Der Wasserdampf kann aber nicht entweichen und so stellt sich ein Überdruck von bis zu 1,5 bar im Topf ein. Dadurch steigt die Siedetemperatur des Wassers: Wasser und Wasserdampf können nun heißer werden als 100 Grad (bei handelsüblichen Dampfdrucktöpfen bis ca. 120 Grad).
Wird der maximale Betriebsdruck des jeweiligen Schnellkochtopfes erreicht, öffnet sich ein Ventil und Wasserdampf wird abgelassen.
Gemüse oder Kartoffeln können in einem Schnellkochtopf in einer Schale dicht über der Wasseroberfläche gegart werden, statt im Kochwasser zu liegen. Sie werden dann (unter erhöhtem Druck) gedünstet statt gekocht. Aber auch für Suppen und Eintöpfe sind Schnellkochtöpfe gut geeignet.
Immer die Herstellerangaben zu Gebrauch und Wartung befolgen.
Da ein Schnellkochtopf mit heißem Wasserdampf unter Druck arbeitet, wird zum Kauf hochwertiger Markengeräte geraten. Der Topf sollte ein TÜV-Prüfzeichen sowie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit tragen.
Zur Standardausstattung eines sicheren Dampfdrucktopfes gehören ein genormtes Sicherheitsventil, welches zu hohen Druck abbaut, wärmeisolierte Griffe und ein Bajonettverschluss im Deckel, der das Öffnen des Topfes verhindert, solange dieser unter Druck steht. Im Griff sollte ein zweites Sicherheitsventil eingebaut sein, welches verhindert, dass sich im Topf Druck aufbaut, wenn dieser nicht richtig verschlossen ist.
Ein Schnellkochtopf sollte einfach zu reinigen sein, um die Funktion der Ventile zu gewährleisten.
Schließlich sollte sichergestellt sein, dass Verschleißteile wie Dichtungen noch viele Jahre nach dem Kauf des Topfes nachgekauft werden können.
So ausgerüstet, kann ein Schnellkochtopf in der Küche viel Freude bereiten.
Lebensmittel, Wohnen, Energie sparen, Ernährung / 28.1.2010 / #
10 Kommentare
Es ist mir zwar peinlich, aber vor diesem Artikel wusste ich nicht genau, wie so ein Schnellkochtopf funktioniert (obwohl wir sogar einen im Schrank haben). Daher habe ich damit bisher auch noch nicht gekocht, was ich ab sofort aber ändern werde. Scheint mir ja wirklich eine sehr sinnvolle Sache zu sein und nach dem Artikel kann ich auch kaum verstehen, warum nicht alle ausschließlich mit solchen Töpfen kochen. Vielleicht sind sie noch zu unbekannt?
Marion S. / 28.1.2010 – 13:52Ne, unbekannt sind die ja nicht. Die gibt es ja schon ewig! Sie sind etwas unhandlich und sehr schwer. Ausserdem haben sie aus verständlichen Gründen keine Glasdeckel. Will man nachgucken ob die Kartoffeln schon fertig sind, muss man erst umständlich Luft ablassen und ggf. dann doch noch etwas kochen. Am Anfang hat man öfter mal explodierte (okay, nur aufgeplatzt) Kartoffeln, man braucht also etwas geduld um Erfahrung zu sammeln. Aber wenn man sich dran gewöhnt hat, seeehr praktisch. Geht einfach so fix!
/ 29.1.2010 – 11:33Pellkartoffeln platzen vor allem auf, wenn man den Topf unter kaltem Wasser abkühlt. Lässt man ihn einfach auf dem ausgeschalteten Herd abkühlen, platzen sie in der Regel nicht nicht.
IR / 29.1.2010 – 17:17Außerdem schmecken aufgeplatze Kartoffeln auch nicht schlechter, als unaufgeplatze ;-)
/ 29.1.2010 – 17:27Ein Dampfdrucktopf ist schon ein Hit in der Küche. Aber man muss echt mit den Kochzeiten aufpassen. Wenn man sich da nur um ein paar Minuten vertut, ist nix mehr mit bissfestem Rosenkohl. Auch mit allzu schnellem abkühlen bin ich inzwischen vorsichtig, wegen dem schon erwähnten Aufplatzen. Das Reinigen ist aber überhaupt kein großes Thema bei uns: Der Topf selbst kommt gnadenlos in die Spülmaschine (ist ja massiver Stahl) und den Deckel mit Dichtring und Ventilen spült man einfach mit Wasser, da kommt ja sowieso praktisch kein Schmutz dran, der bleibt eigentlich immer sauber. Ok, beim Kaufpreis schluckt man schon mal, aber mit der Zeit holt man ja auch wieder was rein durch die Stromersparnis.
Wolke84U / 1.2.2010 – 20:36Ich durfte meine Küche schon einmal renovieren, nachdem ich den Drucktopf zu früh geöffnet habe...wenn ich damals schon gewusst hätte wie so ein Topf funktioniert wäre mir das vielleicht nicht passiert ;-)
/ 3.2.2010 – 22:21Oha, die Dinger sind also gefährlich... :-) Oder passiert das nur ungeübten Hausfrauen? Ich wette ja, dass bei deinem Topf eine Bedienungsanleitung gewesen ist, die Dich beim aufmerksamen Lesen vor solchem Ungemach geschützt hätte... :-) Lesen bildet nämlich ungemein... *lach*. Ich hoffe, Du hast deine Küche wieder sauber bekommen.
Sternchen / 4.2.2010 – 16:18Wie hast Du es denn geschafft den Topf zu öffnen, als noch Druck drauf war? Bei mir geht das gar nicht (glaube ich jedenfalls)
Bärbeliese / 7.2.2010 – 16:28Na super. Habe jahrelang immer versucht, das Ventil dicht zu kriegen, wenn mein Drucktopf die Luft ausgepustet hat, weil ich dachte, das ist kaputt (obwohl neu). Anscheinend hab ich aber so ein Highteck-Gerät, das erst nach einer Weile dicht macht. . Liebe Topfhersteller: Schreibt das doch bitte groß auf die Verpackung!
/ 12.2.2010 – 10:22So ein Schnellkochtopf ist viel ungefährlicher als er aussieht. Jedenfalls wenn man der Erklärung auf http://www.schnellkochtopf-rezept.de/category/schnellkochtopf-technik/funktion/ Glauben schenkt. Man kann offenbar viel Text schreiben um simple Funktionen zu erläutern.
Melle / 5.3.2010 – 10:44