Tipp
Natürliche Lebensmittel erkennen
So findet man Erdbeer-Joghurt mit Erdbeeren und Tiefkühlpizza mit Käse statt künstlicher Aromen, "Form-Schinken" und "Analog-Käse".
In letzter Zeit hat so genannter „Analog-Käse“ einmal mehr die Diskussion um Lebensmittel-Zusätze und deren Kennzeichnung angefacht. Und das Käse-Imitat ist nur eines von vielen Kunstprodukten, die dem Verbraucher zwecks Gewinnmaximierung gerne verkauft werden, ohne dass er es bemerkt.
Bananenmilch ohne Bananen, Cheeseburger ohne Käse, Vanille-Joghurt ohne Vanille, Griechischer Salat ohne Schafskäse, Zitronenkuchen ohne Zitrone, Pizza prosciutto ohne Schinken, Schokokekse ohne Schokolade, "Garnelen" aus Fischresten: Die Liste der Lebensmittel, die ihrem Namen nicht gerecht werden, ist lang.
Beispiele
- Viele Milch- und Getreideprodukte, die mit Früchten oder Fruchtzubereitung werben, enthalten keine Spur von Obst; dafür aber Zucker und künstliche Aromen, denn das ist billiger.
- Statt Käse wird inzwischen häufig „Analog-Käse“ - auch Kunstkäse, Käse-Ersatz oder Käse-Imitat genannt - verkauft, ein Gemisch aus Wasser, Pflanzenfett, Milch-, Soja- oder Bakterieneiweiß, Stärke, Aromen, Emulgatoren und Farbstoffen. Es sieht ähnlich aus wie Käse, schmeckt ähnlich wie Käse und vor allem: Es kostet nur etwa halb so viel.
- Statt Schinken verwendet mancher Gastwirt lieber so genannten "Form-Schinken" bzw. Schinken-Ersatzprodukt oder Schinken-Imitat: Eine billige, wurstartige Masse aus Wasser, Stärke, Verdickungsmitteln und weiteren Zusatzstoffen, in die Fleischreste oder kleine Fleischstücke eingebettet sind.
Meistens sind die künstlichen Lebensmittel-Zusätze nicht direkt gesundheitsschädigend und ihre Verwendung ist legal. Häufig sind sie jedoch geschmacklich und ernährungsphysiologisch minderwertig. Denn es fehlen die Vitamine, Mineralien und sonstigen Vitalstoffe der natürlichen Originale. Zum Beispiel enthält Käse-Imitat weniger Calcium, Kalium und Vitamin A, D und K als echter Käse.
Für Allergiker hingegen können „Lebensmittel-Ersatzstoffe“ eine willkommene Alternative zu echter Milch, echtem Obst oder Fleisch sein.
Verbraucherverbände fordern, die Verwendung von künstlichen Lebensmittelzusätzen nicht zu verschleiern, sondern klar und deutlich auf den Verpackungen zu kennzeichnen. Außerdem sollten minderwertige Billig-Imitate der Fairness halber nicht zum gleichen Preis verkauft werden wie die oft deutlich teureren Originale.
Tipps zur Unterscheidung von Original und Fälschung
- Nicht den Bildern auf Verpackungen und in der Werbung vertrauen. Denn häufig sind selbst die Lebensmittel, die auf den Verpackungen abgedruckt sind, im Inhalt nicht enthalten. (Produkt-Beispiele der Verbraucherzentrale Hamburg).
- Beim Lebensmittel-Einkauf auf die Zutatenliste schauen. Beispiel Käse-Imitat: Käse, Gauda, Emmentaler, etc. darf nur auf der Verpackung stehen, wenn auch echter Käse verarbeitet wurde. Bezeichnungen wie „Sandwich-Scheiben“, „Pizza-Belag“ oder nur „überbacken“ sind Hinweise auf Imitat-Produkte, ebenso die Bestandteile des Käse-Imitats, z.B. Pflanzenfett, Milcheiweiß oder Geschmacksverstärker. In der „Zubereitung mit Käse“ wurde Käse mit Käse-Imitat gestreckt. (Beispiele für die Deklaration von Käse-Imitat)
- Bio-Produkte kaufen: In Bio-Produkten sind erheblich weniger künstliche Zusatzstoffe erlaubt als in konventionellen.
- Beim Bäcker oder im Restaurant nachfragen, welche Zutaten verwendet werden; sich im Zweifel die Verpackungen der Zutaten zeigen lassen.
Quellen: Stern, Die Welt, Focus, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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11 Kommentare
Danke für die Hinweise! Warum macht man es den Verbrauchern eigentlich so unnötig schwer? Es ist einfach aufwändig und lästig, wenn man immer das Kleingedruckte lesen muss, weil das Groß-Gedruckte gelogen ist. Ich begreife nicht, wieso man da nicht einfach strengere Kennzeichnungspflichten vorschreibt.
/ 7.7.2009 – 8:23Ich verstehe auch nicht, warum solche Machenschaften, die ganz offensichtlich darauf abzielen, den Verbraucher zu täuschen, legal sind. Ich fürchte, in dem Bereich werden die Interessen der Industrie viel mehr geschützt als die der Verbraucher.
ir / 7.7.2009 – 8:50Da hilft nur: Mit der Lupe die Zutatenliste lesen, die entsprechenden Hersteller merken, und nie wieder was bei ihnen kaufen! Schade, dass das Verbraucherministerium den Verbrauchern dabei nicht hilft.
smart shopper / 11.7.2009 – 13:21aber irgendwo sinds doch auch die verbraucher schuld: wenn man beim essen nur auf den preis guckt, immer schön billig, billig, billig, kann man sich über schrott-lebensmittel nicht beklagen, oder?
/ 11.7.2009 – 13:23Doch, das darf man! Erst wenn offen draufsteht: "Schrott-Lebensmittel", erst dann darf man sich nicht mehr beklagen :-)
merle / 11.7.2009 – 16:28Ich verstehe das Getue um Analog-Käse nicht: er sieht aus, wie Käse, schmeckt wie Käse und riecht wie Käse! Und gesundheitlich bedenklich ist er auch nicht! Kein Mensch hätte sich je beschwert, wenn jetzt nicht so eine Welle darum gemacht werden würde. Is doch prima, dass es ein aromatisch ähnliches Produkt gibt! Gleiches gilt im übrigen auch für Marzipan und Persipan. Persipan ist der "Analog-Käse" von Marzipan und wird aus Pfirsichkernen hergestellt. Schmeckt genau wie Mandel-Marzipan, ist aber viel günstiger und wird in Konditoreien seit Jahren!!! in Marzipan-Hörnchen etc. verwendet. Darüber beschwert man sich doch auch nicht, weil es auch gut schmekt... Komische Mecker-Kultur hier in Deutschland
harry / 20.7.2009 – 16:31Also ich verstehe das sehr wohl. Genau wie bei Analgo-Käse finde ich Persipan eine Frechheit - sofern der Verbraucher nicht informiert ist. Zudem sind dies doch nur weitere Versuche, den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es soll sich jeder selber entscheiden können, ob er echten oder Analog-Käse, Früchte im Joghurt oder nicht, Marzipan oder Persipan essen möchte. Die Produkte werden, sobald die Hersteller die Unwissenheit der Leute nicht mehr ausnutzen können, sicher auch preislich erheblich differieren, so dass man sich als Verbraucher entscheiden kann, für was man sein Geld ausgeben möchte. Ich selber esse ganz gerne Persipan, aber ich möchte es mir aussuchen können, und nicht einfach als unwissend über den Tisch gezogen werden!!!
Marianna / 20.7.2009 – 17:52Witzig, witzig: Inzwischen nehmen einige Lebensmittelkonzerne in Fertigprodukten wieder Käse statt Käse-Ersatz. Was die Presse und ein paar kritische Verbraucher doch alles bewirken können :-)
/ 21.7.2009 – 10:21Ich hab mir bei Real "GOUDA" am Stück gekauft und jetzt auf der Verpackung gelesen,das bei Zutaten nur E251 und Farbstoff Bet-carotin E160a steht.MEHR STEHT DA NICHT DRAUF!!! Also muss es ja Käse ohne Milch sein. Der Käse hat keine Rinde und schmeckt nach nichts,trotzdem hat er pro 100g 0,39 € gekostet. Was ist das für ein sch... Zeug? Die Stücken sind in Folie eingewickelt und bei Real in Kenn gekauft. Ich kaufe fast immer Gouda und auch Gouda jung aber der hat bisher auch immer aus Milch bestanden und nach Käse geschmeckt!!!! Ich werde gleich morgen bei Real anrufen und mich beschweren.
bernd / 20.9.2009 – 12:57Das ist je unglaublich!! Aber dann müsste da doch wenigstens irgendwo Analog-Käse stehen? Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass ein "Käse" - selbst analog - nur mit obigen Zutaten hergestellt werden kann. Da lob ich mir doch den Bio-Laden, da wird einem so etwas NIE passieren
/ 21.9.2009 – 9:37Ich denke, wenn das Gauda draufsteht und nichts mit Gaudaersatz oder so, ist da auch Gauda drin.
/ 21.9.2009 – 13:44